Giraffe streckt den Kopf aus ihrem Gehege

Nach dem verheerenden Brandunglück im Affenhaus des Krefelder Zoos werden auch wieder die Stimmen laut, die die Tierhaltung in Zoos generell in Frage stellen. hr-iNFO-Wissenschaftsredakteur findet: Zoos sind wichtig.

Die Geschichte der Zoos reicht über 5.000 Jahre zurück. Seitdem haben sie sich stetig weiterentwickelt. Heute, in einer Zeit, in der wir das sechste Massensterben der Tiere in der Geschichte der Erde erleben, sind sie wichtiger als je zuvor. Und das aus vier Gründen.

Erstens sind Zoos Orte der Erholung, Naherholungsgebiete, grüne Lungen. Gerade in den Ballungsräumen, in denen der direkte Kontakt mit Natur mehr und mehr verloren geht, sind sie wichtige Schaufenster zum Leben um uns herum.

Orte der Bildung und Forschung

Zweitens sind Zoos Orte der Bildung. Ihre Tiere sind Botschafter ihrer Artgenossen in der Natur. An ihnen lässt sich Wissen über und Respekt gegenüber Tieren emotional eindrücklich vermitteln. Der Zoo Frankfurt etwa ist dank seines pädagogischen Angebots der am stärksten frequentierte außerschulische Lernort Hessens.

Drittens sind Zoos Orte der Forschung. In Kooperation mit Universitäten und anderen Forschungsinstituten erweitern sie das Wissen über Tiere beständig. Dabei lassen sich im Zoo Fragen bearbeiten, die in der Natur allein schon an der Logistik scheitern würden. So können etwa im Vivarium Darmstadt Studien über das psychische Wohlbefinden von Affen durchgeführt werden.

Orte des Artenschutzes

Viertens, und das ist der wohl wichtigste Grund, sind Zoos Orte des Artenschutzes. Für hunderte Tierarten führen sie internationale Erhaltungszuchtprogramme durch und verbinden dabei die Arbeit im Zoo mit dem Erhalt der Tierlebensräume in der Natur. Diese Zuchtprogramme gehen auf eine Idee des früheren Frankfurter Zoodirektors Kurt Primel zurück.

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Zum Artikel Tierschutzbund: "Menschenaffen gehören nicht in den Zoo"

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Und dank des Kronberger Zoogründers Georg von Opel konnte eine Tierart sogar vor dem Aussterben gerettet werden. Auf einer von ihm finanzierten Expedition wurde der ausgestorben geglaubte Mesopotamische Damhirsch wiederentdeckt. Durch die Zucht im Opel-Zoo wurde er anschließend vor dem Aussterben gerettet. Nur ein Beispiel, das zeigt, welche positiven Zukunftsimpulse von seriöser Zooarbeit ausgehen können.

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Sendung: hr-iNFO, Aktualität, 3.1.2020, 6-9 Uhr

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