Frau mit Maske am Flughafen

Auf private Reisen verzichten, das ist die dringende Empfehlung von Bund und Ländern. Aber der November wird lang und dunkel. Vielleicht kann man Urlaub zumindest planen und dabei ein bisschen träumen?

Contra: Viele denken noch nicht einmal über Urlaub nach

Von Anne Baier, hr-iNFO-Politikredaktion

Ich will hier ja nicht die Spielverderberin sein, aber mal ehrlich: Wer plant derzeit ernsthaft eine Urlaubsreise? Wenn mich dieses Jahr und Corona etwas gelehrt hat, dann vor allem das: keine Pläne machen! Spätestens nachdem ich unseren Sommerurlaub eine Woche vor Reiseantritt canceln musste. Dieser Urlaub war übrigens auch langfristig gebucht. Und ich werde denselben Fehler sicher nicht wieder machen.

Zu groß die Enttäuschung, zu groß der finanzielle Verlust, zu groß das Risiko, dass Corona auch im nächsten Jahr einen Strich durch die Rechnung macht. Was ich durchaus für realistisch halte.

Der Wald als Sehnsuchtsort

Mal abgesehen davon gibt es ganz viele andere, deren Existenz jetzt auf dem Spiel steht – die denken noch nicht einmal über Urlaub nach, weil sie es sich schlicht nicht mehr leisten können. Natürlich fällt uns allen in diesen Zeiten mal mehr, mal weniger oft die Decke auf den Kopf. Der Wunsch, endlich mal rauszukommen, ist absolut nachvollziehbar.

Aber ich finde, Corona hat uns allen vorgeführt, dass wir nach anderen Optionen suchen müssen, als das ganze Jahr auf den einen Moment hinzuleben, in dem man sich endlich mal erholt und wegfährt. Wir müssen unsere Ressourcen anders einteilen und wir müssen uns andere Orte suchen, wo wir Kraft tanken.

Und es klingt banal, aber ja: So ein Ort ist seit Corona schon das ganze Jahr über der Wald. Und der ist wirklich schön – egal zu welcher Jahreszeit. Und dafür brauche ich keine Reiseplanung. Eine Auszeit dort ist auch ganz spontan möglich.

Pro: Urlaubsplanung erwärmt das Herz

Von Andreas Rippel, hr-iNFO-Politikredaktion

Jetzt Urlaub buchen? Wenn in Deutschland gerade die nächste Phase mit massiven Einschränkungen beginnt? Na klar! Es ist doch jetzt die Zeit, einen Winterurlaub fest zu buchen und auch für einen schönen Sommerurlaub findet man jetzt schöne und günstige Ferienwohnungen oder Pauschalangebote.  

Was bleibt einem denn auch in diesem tristen Jahr mit dem jetzt beginnenden, dunklen November? Bei mir war es tatsächlich so, dass im Sommer ein Urlaub am Mittelmeer möglich war, mit Familie, mit Baden im warmen Wasser, mit gutem, mediteranem Essen, mit einem Bootsausflug  – und da zehre ich heute noch von. Das war mein Highlight in diesem furchtbaren Jahr.

Kataloge zu wälzen macht Spaß

Deswegen verstehe ich alle, die jetzt anfangen, nach einem Urlaub für 2021 zu suchen. Es macht Spaß, Kataloge zu wälzen oder Onlineportale zu durchforsten, Locations bei Google Maps auszuchecken und Reisewege zu planen.

Trotzdem würde ich sagen: Vorsicht bei der Buchung. Wie lange kann man kostenlos stornieren, falls die Coronalage bei uns oder im Urlaubsland die Reise unmöglich macht? Ab wann fallen welche Kosten an – und wäre man in der Lage, diese zu tragen, falls der Urlaub doch ausfallen muss? Und wie sind die Reisebedingen? Mit Wohnmobil unterwegs zu sein oder eine Ferienwohnung zu mieten ist etwas anderes, als stundenlang im Flieger zu sitzen, in Reisebussen durch ferne Länder geschaukelt zu werden und sich am Zielort mit hunderten anderer Gäste am Frühstücksbüffet zu drängen. 

Aber wenn man das im Blick hat, finde ich, erwärmt die Urlaubsplanung doch das Herz.

Weitere Informationen

Die Kommentare spiegeln die Meinung der Autoren und nicht die der Redaktion wider.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 30.10.2020, 15 bis 18 Uhr

Jetzt im Programm