Zum Weltumwelttag startet das Klimasekretariat der Vereinten Nationen eine neue Initiative im Kampf gegen die Erderhitzung. Die Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase auf Null zu senken. Ist das Symbol-Politik?

Ich finde diesen Weltumwelttag falsch, total altmodisch, so 80er-Jahre mäßig. Botschaft: Heute machen wir uns mal über was ganz Besonderes Gedanken – Umweltschutz. Nein! Stopp! Wir sind im Jahr 2020. Aktuell steht zwar politisch der Umgang mit der Corona-Krise im Vordergrund, aber dahinter steht weiter – und zwar jeden Tag – das Riesenthema Klimaschutz.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will, dass ihr geplanter riesiger Corona-Hilfsfonds auch ein grüner Hilfsfonds wird, will Europa führend machen beim Klimaschutz-Umbau der Wirtschaft. Richtig so! Hoffentlich kriegt sie das durch. Hoffentlich fangen die nationalen Regierungschefs jetzt nicht ernsthaft an, Geld in Verbrennungsmotoren und andere veraltete Technologien zu stecken. Das wäre echte Steuerverschwendung.

Die meisten wollen mehr Klimaschutz

Sprich: Es stehen total wichtige politische Entscheidungen an fürs Klima. Deswegen lasst es einfach sein mit dem Weltumwelttag. Da sitzen sonst Leute in Ministerien in Umweltagenturen in Pressestellen und denken sich hier eine nette Aktion aus, da ein Umweltquiz und jedes Jahr neue Mottos meistens so unoriginell wie "Leben ist Vielfalt" oder "Umwelt macht natürlich glücklich". Nein, danke!

Bitte nutzt die Zeit anders, liebe Umwelt-Ministerialbeamten und Politiker*innen. Die meisten Menschen in Deutschland wollen mehr Klimaschutz. Geht raus und fragt sie, wie jetzt – und vor allem nach der Corona-Zeit – Busse und Bahnen, in welchem Takt, auf welchen Strecken, mit welchem Komfort unterwegs sein müssten, damit die Entscheidung, das Auto stehen zu lassen, wirklich leicht fällt und lasst das mit dem Welt-Umwelttag. Wirklich!

Sendung: hr-iNFO, Aktualität, 5.6.2020, 15-18 Uhr

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