Ein Intensivpfleger ist auf der Covid-19 Intensivstation im Städtischen Klinikum Dresden mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt. (dpa)

Immer mehr jüngere Corona-Patienten würden auf Intensivstationen landen, seit die britische Variante sich mehr verbreitet - so hört man es immer wieder. Aber stimmt das wirklich? Was weiß man überhaupt über Alter und Behandlungsdauer der Intensivpatienten in Hessen? Ein Überblick.

Gibt es mehr junge Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Hessen?

Junge Menschen eher nicht, es gibt nur wenige unter 40 Jahren auf den Intensivstationen - das lässt sich sagen. Aber auch in Hessen gibt es noch keine Statistik, keine belastbaren Zahlen, die darüber Auskunft geben, selbst nach einem Jahr Corona. Man muss in jedem Krankenhaus einzeln nachfragen. Etwas Genaues gibt es also noch immer nicht, aber es gibt auf jeden Fall Trends.

Wie sehen die Trends aus?

Eine Nachfrage in den großen Kliniken in Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Fulda und Kassel, die die meisten Corona-Patienten in Hessen versorgen, hat ergeben: Bis auf Gießen (bislang keine Antwort) sagen alle, dass die Intensivpatienten tatsächlich jünger seien als in der ersten und zweiten Corona-Welle. Eine genaue Zahl gab es allerdings nur aus dem Klinikum Kassel: Im Moment seien die Patienten zwischen 59 und 71 Jahren alt, heißt es, also keine über 80-Jährigen mehr. Das liegt wohl an der Impfung. Das bestätigen auch die anderen Kliniken: Die Uniklinik Frankfurt etwa sagt, dass der Altersschnitt etwas unter der zweiten Welle liege.

Weiß man auch, wie lange die Patienten auf der Intensivstation liegen müssen? Laut Verband der deutschen Intensivmediziner sind sie jetzt teilweise Wochen oder Monate dort.

Auch dazu gibt es in Hessen keine Statistiken. Die Helios-Kliniken in Westhessen gehen zum Beispiel davon aus, dass die Patienten länger bleiben müssen, aber genau weiß das im Moment keiner. Zahlen dazu wird es erst in ein paar Wochen geben.

Im Dezember und Januar sind sehr viele Menschen an Corona gestorben, auch auf den Intensivstationen. Wie sieht es derzeit aus?

Die Zahlen steigen leider. Die meisten Corona-Toten sind laut RKI über 70 Jahre alt. Ob in den kommenden Wochen auch jüngere Patienten sterben, bleibt abzuwarten. Laut Kliniken hätten Jüngere wohl mehr Überlebenschancen.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 14.4.2021, 12 bis 15 Uhr

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