Ein Mädchen bekommt eine Impfung gegen Malaria. (AFP)

AIDS, Tuberkulose und Malaria sind Krankheiten, die vor allem in anderen Teilen der Welt lebensbedrohlich sein können. Der Globale Fonds, vor 20 Jahren von den G8-Staaten gegründet, will sie bis 2030 ausrotten. Was er bisher erreicht hat und weshalb es wichtig ist, global gegen diese Krankheiten zu kämpfen, erklärt hr-iNFO-Wissenschaftsredakteur Stephan Hübner.

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) wird 20 Jahre alt. Wie arbeitet er eigentlich?

Hübner: Der GFATM wurde von 20 Jahren auf Initiative der G8-Staaten gegründet und arbeitet seitdem mit Sitz in Genf in der Schweiz. Aktuell ist der Fonds weltweit in mehr als 100 Ländern aktiv als Geldgeber. Auch die Bundesrepublik Deutschland zahlt dort ein, als viertgrößter staatlicher Geldgeber.

Die Bilanz: Bis Ende 2022 sollen rund 56 Milliarden US-Dollar investiert werden, um vor allem die Eigenverantwortung der einzelnen Länderregierungen zu fördern und dass sich zudem die Zivilgesellschaft und die private Wirtschaft am Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria beteiligen. Damit gilt der Fonds als eine der wichtigsten Organisationen im Kampf gegen diese drei Krankheiten - mit dem erklärten Ziel, sie bis 2030 besiegt zu haben.

An AIDS, Tuberkulose und Malaria sterben weltweit nach wie vor viele Menschen, es gibt noch viele offene Fragen zur Vorbeugung und Heilung. Bei uns in Deutschland ist aber vor allem AIDS ein Thema, oder?

Hübner: Richtig, AIDS ist bei uns präsenter. Malaria und Tuberkulose kommen aktuell in den westlichen Industriestaaten kaum vor. Vor allem in Afrika aber sterben pro Jahr Millionen von Menschen an diesen Krankheiten. Und wir müssen uns klar machen, dass die Ruhe, die wir derzeit vor Malaria und Tuberkulose in Mitteleuropa haben, nicht ewig währen muss.

Bei Tuberkulose etwa, eine bakterielle Krankheit, die bei uns vor allem die Lunge befällt, vermutet die Medizin, dass sie durch den Klimawandel auch bei uns wieder häufiger werden könnte. Und bei Malaria, wo ein einzelliger Erreger von wärmeliebenden Mücken übertragen wird, sieht es nicht anders aus. Das zeigt, wie wichtig der globale Kampf gegen diese Krankheiten ist.

Wie groß ist der Erfolg der Arbeit des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria bislang?

Hübner: Insgesamt, so der Fonds, seien die drei Krankheiten um rund 40 Prozent zurückgegangen in den Ländern, in denen er seit 2002 aktiv ist. Allerdings sterben täglich immer noch rund 3.000 Menschen an Tuberkulose. Und AIDS und Malaria forderten täglich rund 2.000 Todesfälle weltweit.

Wenn man also das erklärte Ziel erreichen will, bis 2030 AIDS, Malaria und Tuberkulose auszurotten, ist noch einiges zu tun. Nur, ob dieses Ziel tatsächlich erreicht werden kann, ist selbst für den Fonds ungewiss. Corona hat der Arbeit einen deutlichen Dämpfer versetzt. Aber man will weiterkämpfen, zumal gerade momentan etwa vielversprechende Studien für einen Malaria-Impfstoff laufen.

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