Pedro Sánchez
Pedro Sánchez, Ministerpräsident von Spanien, spricht zu Journalisten als er für ein Sondertreffen mehrerer EU-Staaten zur Flüchtlingspolitik in Brüssel ankommt. Bild © picture-alliance/dpa

Der neue spanische Ministerpräsident hält nichts von nationalen Alleingängen. Für die Lösung der Flüchtlingsfrage brauche es internationale Vereinbarungen.

Die Position

Pedro Sánchez ist erst seit 25 Tagen im Amt. Trotz der kurzen Zeit hat der Sozialist schon allerhand Duftmarken in der Flüchtlingspolitik gesetzt. Sanchez hält nichts von nationalen Alleingängen, für die Lösung der Flüchtlingsfrage brauche es internationale Lösungen, sagte er der Zeitung El Pais. Seine Entscheidung, die 629 afrikanischen Flüchtlinge des Rettungsschiffs Aquarius in Spanien aufzunehmen, sorgte europaweit für grosse Anerkennung, aber auch Kritik. Sánchez sprach von einer humanitären Geste, die jedoch nicht bedeute, daß Spanien nun das Tor für alle Migranten öffnen werde.

Das Motiv

Sánchez strebt eine aktivere Rolle seines Landes auf EU-Ebene an. Dafür sucht er den Schulterschluss mit seinen Amtskollegen Macron und Merkel. Da ihm nur zwei Jahre bis zu den nächsten Wahlen bleiben, versucht er so auch auf internationalem Parkett ein Profil aufzubauen. Eine Facette, die sein Vorgänger, der Konservative Mariano Rajoy, nicht besonders pflegte. Sánchez erster Antrittsbesuch im Ausland führte ihn am Samstag nach Paris, der zweite heute nach Berlin.

Möglicher Kompromiss

In Pedro Sánchez dürfte die Kanzlerin einen Verbündeten haben. Der Spanier spricht sogar explizit von einer Achse Paris-Madrid-Berlin. Vielleicht ist die von Sánchez auch als Gegengewicht zum Trio Italien-Österreich-Ungarn gedacht. Auch das Nachbarland Portugal mit seiner sozialistischen Regierung, hofft Pedro Sánchez, könnte zur Achse Deutschland-Frankreich-Spanien hinzustoßen.

Sendung: hr-iNFO, 26.6.2018, 6.05 Uhr

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