Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, besucht die Total Raffinerie Leuna.

Schon jetzt bekommt Deutschland 60 Prozent weniger Gas von Gazprom geliefert. Damit wir im Winter nicht frieren müssen, hat Wirtschaftsminister Habeck einen Drei-Punkte-Plan vorgestellt. Kern ist es, die Stromproduktion aus Kohlekraftwerken wieder hochzufahren – zumindest vorübergehend. Was bedeutet das für Hessen? hr-iNFO beantwortet die wichtigsten Fragen.

Russland hat seine Gaslieferungen bereits gedrosselt und könnte das auch weiter tun. Müssen sich die privaten Haushalte jetzt sorgen, dass im Winter die Wohnung kalt bleibt?

Nein, darauf verweist auch der Bundeswirtschaftsminister immer wieder: Es ist gesetzlich geregelt, dass private Haushalte zuerst versorgt werden. Deshalb soll jetzt die deutsche Industrie Gas sparen, damit bis Herbst, wenn die Heizperiode beginnt, die Speicher bis zu 90 Prozent gefüllt sind. Momentan steht Deutschland bei rund 57 Prozent. Aber Habeck drängt auch private Nutzer zu sparen. So könnten etwa Heizungen in Mietwohnungen, die zentral geregelt werden, runtergedreht werden. Denn hier gilt: Ein Grad weniger bringt sechs Prozent Einsparungen.

Wie steht die Industrie zu den Plänen Habecks, Gas einzusparen? Es ist ja auch die Rede von finanziellen Anreizen. Zum Beispiel sollen Firmen eingespartes Gas verkaufen können.

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Jürgen Trittin über Kohle als Ersatz für russisches Gas: „Man zahlt einen Preis für diesen Krieg“

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Offiziell begrüßt die Industrie die Pläne Habecks zum Sparen von Gas. Im Industriepark Höchst wird beispielsweise geprüft, ob man das stillgelegte Kohlekraftwerk reaktiviert. Aber die Umstellung weg vom Gas ist schwierig: Die chemische Industrie etwa ist der größte Verbraucher von Erdgas in Deutschland, sie hat einen Anteil von 15 Prozent. Davon kann sie momentan aber maximal ein bis zwei Prozent durch andere Brennstoffe ersetzen.

Einige Branchen bemühen sich ohnehin zum Beispiel auf Wasserstoff umzustellen. Das ist zum Beispiel auch das finale Ziel der Mainova bei ihrem neuen Heizkraftwerk West, das dauert aber noch ein paar Jahre.

Was bedeutet der Fokus auf Kohlekraft für Kraftwerke in Hessen?

Bei Hanau steht das Kraftwerk Staudinger, das größte Kraftwerk Hessens. Hier wird Strom überwiegend mit dem Kohlekraftwerk produziert, das Gaskraftwerk ist sowieso auf Notreserve gestellt. Unter den jetzigen Bedingungen wird sich daran erstmal auch nichts ändern.

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