Auf Geldscheinen steht ein Spielzeughaus

Für viele junge Menschen ist die staatliche Rente keine Garantie mehr gegen Altersarmut. Mit Aktien und anderen Geldanlagen versuchen Millenials nun, privat vorzusorgen. Doch welche Anlageform ist die richtige? Und worauf muss geachtet werden?

Die sogenannten Millenials oder Generation Y ist die Generation, die etwa zwischen 1980 bis zum Jahr 2000 geboren wurde. Viele sind mit dem Berufseinstieg beschäftigt, haben ihr Studium abgeschlossen oder sich gerade in ihrem Berufsalltag eingerichtet. Die Rente ist da noch fast nicht in Sicht. Doch viele sorgen vor.

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So zum Beispiel Anne-Catherine: Die 25-Jährige beginnt gerade nach ihrem Literaturstudium einen Job in einer Onlineredaktion. Sie weiß, dass sie noch jung ist, trotzdem macht sie sich sehr wohl Gedanken zum Thema Rente: "Ich habe schon verstanden, dass Altersarmut ein großes Thema ist und ich mich am Besten selbst und vor allem rechtzeitig mit meiner Altersvorsorge befasse. Deshalb investiere ich seit vier Jahren jeden Monat kleine Beträge in einen Fond - zumindest so viel, dass ich mir später damit ein Häusschen in Schweden kaufen könnte."

ETF sind das Mittel der Wahl

Ein Fond ist der beste Weg, findet zumindest der Youtuber Saidi Sulilatu von Finanztip. Er stellt regelmäßig Anlagetipps für junge Leute ins Internet. Bei den Millenials bemerkt der Finanzexperte einen großen Sparwillen, auch schon für die Rente vorzusorgen.

Sein Mittel der Wahl ist ein ETF Fond: "Junges Leben ändert sich natürlich noch, gerade der Berufsweg kann sich noch ändern, es kann auch mal ins Ausland gehen. Und deswegen würden wir bei jungen Menschen erst mal dafür plädieren, tatsächlich eine rein private Altersvorsorge zu machen, und zwar in aller Regel eine Aktien-basierte Altersvorsorge, so genannte ETFs, Exchange Trading Fonds", sagt Sulilatu.

Wer gerade in den Beruf einsteigt, der hat finanziell gesehen erst einmal andere Präferenzen: Wohnungseinrichtungen, Urlaube oder die Familiengründung sind da wichtiger. Andere knappsen mit Geld, weil sie gerade noch im Studentenleben mit wenig zurechtkommen müssen, so wie Lisa: "Ich bin 25 Jahre alt, mache gerade meinen Master und habe noch nicht für meine Rente vorgesorgt. Ich schaue meiner Rente ziemlich furchtvoll entgegen."

Nicht auf staatliche Zahlungen angewiesen

Andere sorgen aber schon jetzt vor - so wie Marius. Er schreibt gerade an seiner Bachelorarbeit als Wirtschaftsprüfer: "Ich kann mich bereits heute mit 21 mit Aktien und anderen Anlagemöglichkeiten auseinandersetzen und so dafür sorgen, dass ich in meiner Rente mit vielleicht 70 genügend finanzielle Freiheit habe und nicht auf die staatlichen Zahlungen angewiesen bin oder Zahlungen von Rentenversicherungen."

Übertriebenes Bewusstsein nennt das der Finanz-Youtuber Saidi Sulilatu. Deshalb ist ein Finanzprodukt, das langfristig funktioniert, so wichtig. Also hohe Renditen auf längere Zeit, denn bei Fonds braucht es den langen Atem. Das kleine Häuschen in Schweden etwa, dafür rät Sulilatu dann doch lieber zur klassischen Bankanlage.: "Meistens setzt man den Immobilienplan deutlich früher um, das heißt schon in fünf oder sieben Jahren. Und selbst für so einen Zeitraum, der vielen jungen Leuten noch lange erscheinen mag, ist eine konservative Anlage, also einfaches Sparen auf einem Tagesgeldkonto, definitiv angesagter. Denn in dieser Zeit kann der Aktienmarkt durchaus einen Absturz erleiden."

Sendung: hr-iNFO, Das Thema, 21.05.2021, 6 bis 9 Uhr

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