Symbolbild: Eine Frau wird beim Arztbesuch mit Hilfe eines Stethoskops abgehört.
Sujet-Bild: Wer seine Arbeit nicht schätzt, ist häufiger krank. Bild © picture-alliance/dpa

Arbeitnehmer, die ihren Job als sinnlos erachten, sind häufiger krank. Das ergab eine Studie der Krankenkasse AOK. Wie Unternehmen Fehltage verhindern können? Durch Verständnis und Loyalität.

Wer das Gefühl hat, bei der Arbeit etwas Sinnvolles zu tun, und dass er beim Chef und den Kollegen wertgeschätzt wird, ist weniger krank. Das hat eine Studie der AOK rausgefunden, bei der die Krankenkasse bundesweit rund 2.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren gefragt hat. Bei denen, die sich am Arbeitsplatz wohlfühlen, sind es zehn Arbeitsunfähigkeitstage. Bei denen, die sich unwohl bei der Arbeit fehlen, sind es gleich 20 Tage.

"Das heißt für die Unternehmen, da aktiv zu werden. Wenn es mir gelingt, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohlfühlen, fehlen sie deutlich weniger am Arbeitsplatz", sagt Helmut Schröder, der stellvertretende Geschäftsführer des wissenschaftlichen Instituts der AOK. Um den Krankenstand zu senken, kann der Chef entscheidend mitwirken. Denn der Führungskraft im Unternehmen kommt eine bedeutende Rolle zu, so die Studie.

Im Alter unzufriedener

Um Arbeit als sinnvoll zu erleben, sei vor allem die Unternehmenskultur wichtig und ob ein Mitarbeiter ein gutes Verhältnis zum Chef hat. Dann gehen die Leute freudiger zur Arbeit und sind weniger krank. Chefs können ihren Mitarbeitern vor allem Loyalität vermitteln, sie unterstützen, wenn sie fachliche oder auch private Probleme haben. "All das sind Komponenten, die mit einer guten Unternehmenskultur einhergehen", so Schröder. Das sei aber nicht immer der Fall. Nur knapp 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihr Unternehmen loyal verhält.

Probleme mit der Arbeitszufriedenheit tauchen auch oft mit steigendem Alter auf, so die Studie. Dann sind Mitarbeiter nicht immer voll im Unternehmen einsetzbar. Der Sinn der Arbeit geht verloren. Erfahrung damit hat Deutschlands größter kommunaler Stadtreinigungsbetrieb, die Berliner BSR.

Geld spielt kaum eine Rolle

Das Unternehmen hat einen eigenen Geschäftsbereich für betriebliches Gesundheitsmanagement gegründet, unter anderem weil der Altersdurchschnitt im Betrieb 55 Jahre beträgt. Die Fehlzeiten steigen, weil Mitarbeiter ihre Arbeit, die sie einmal als sinnvoll erlebt haben, nicht mehr ausüben können, heißt es vom Unternehmen. In den vergangenen sieben Monaten sei der Krankenstand mit Hilfe des Gesundheitsmanagements nun aber um fünf Prozent zurückgegangen.

Laut der AOK-Studie ist Arbeitnehmern zudem wichtig, dass sie gut mit Kollegen zusammenarbeiten. Eine weniger wichtige Rolle als gedacht spielte übrigens die Entlohnung. Im Durchschnitt betrug der Fehlzeitenstand bei den Befragten 12,1 Tage im Jahr.

Sendung: hr-iNFO, 04.09.2018, 13.20 Uhr

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