Das Space Shuttle Crew Dragon im Weltraum

Schauspieler Tom Cruise will auf der Internationalen Raumstation ISS für einen Film drehen. Touristen sollen schon bald in der Erdumlaufbahn Urlaub machen können. Das zumindest sind Vorhaben für die nahe Zukunft. Die Weltraum-Kommerzialisierung soll da aber noch nicht zu Ende sein.

Hollywoodschauspieler Tom Cruise ist für seine waghalsigen Stunts bekannt, die er gerne selbst ohne Double dreht. Im Jahr 2021 hat der "Mission Impossible"-Star den wohl größten Stunt seiner Karriere vor, wie Weltraumexperte Miles O´Brien bei CNN erzählt: "Ende 2021 wird er auf die Raumstation ISS fliegen und einen Teil eines Films drehen", verriet der Journalist unlängst.

Welcher Film das wird, ist noch unbekannt. Doch der Chef der US-amerikanischen Weltraumorganisation NASA, Jim Bridenstein, berichtete über das Vorhaben von Tom Cruise in einem Tweet.

NASA is excited to work with @TomCruise on a film aboard the @Space_Station ! We need popular media to inspire a new generation of engineers and scientists to make @NASA ’s ambitious plans a reality.

[zum Tweet mit Bild]

Mit SpaceX ins All

Man bräuchte populäre Medien, um eine junge Generation an Ingenieuren und Wissenschaftlern für die Arbeit im Weltall zu begeistern, schreibt er. Das Projekt soll in Kooperation mit "SpaceX" stattfinden, der Weltraumfirma von Tesla-Gründer Elon Musk.

"SpaceX" ist eine von zahlreichen privaten Firmen, die den Weg ins All kommerzialisieren – "SpaceX" ist dabei bisher die erfolgreichste. Gerade erst hat die Firma mit ihrem Raumschiff "Crew Dragon" Astronauten auf die Raumstation ISS gebracht. In naher Zukunft sollen auch Touristen ins Weltall geflogen werden. "Welche Zukunft wollen wir? Eine, in der wir uns im All bewegen oder eine in der wir an die Erde gefesselt sind? Ich sage, es ist die erste!", so SpaceX-Gründer Musk.

Nur ein Hobby von Milliardären?

Er träumt von einer Station auf dem Mond. Von dort aus soll es dann weiter zum Mars gehen. Es sind kostspielige Ideen, die mitunter finanziert werden könnten durch Weltraumtourismus. Dafür arbeitet "SpaceX" mit "Space Adventures" zusammen, der Firma, die als einzige bisher Flüge für Weltraumtouristen organisiert. Ein Flug soll mutmaßlich um die 50 Millionen US-Dollar kosten.

Musk ist mit seinem Vorhaben nicht allein. Auch Milliardär Richard Branson will mit seiner Firma "Virgin Galactic" Menschen ins All schießen. Amazon-Gründer Jeff Bezos ist mit seiner Firma "Blue Origin" dabei. Allen drei Milliardären ist gemein, dass sie große Teile ihres Privatvermögens in die kommerzielle Raumfahrt stecken. Sehr zur Freude der NASA, die mit ihnen kooperiert – und die damit unabhängiger wird, erklärt der ehemalige Astronaut Thomas David Jones bei Bloomberg: "Nachdem das Spaceshuttle-Programm eingestellt wurde, gab es keinen Weg für die USA zur Raumstation, es sei denn mit Raketen, die wir bei den Russen gemietet haben. Mit dem SpaceX Crew Dragon konnten wir uns aus diesem Monopol befreien."

Hollywood als Katalysator

Vor allem, nachdem China eine größere Rolle in der Raumfahrt spielen will, ist das Rennen um die Vorherrschaft im All wiedereröffnet. Die NASA nutzt Hollywood gerne als Katalysator, um für ihre Zwecke zu werben. Schon lange berät die Weltraumbehörde Hollywoods Filmschaffende bei Dreharbeiten, wie zum Beispiel bei "Interstellar" von Christopher Nolan oder Ridley Scotts "Der Marsianer". Man erhofft sich davon eine positive Außendarstellung. 

Ende 2023 soll sogar den Gewinnern einer amerikanischen Reality-TV-Show mehrere Tage im Weltall spendiert werden. Auch hierfür werden offenbar schon Gespräche mit der NASA geführt. Astronaut Thomas David Jones glaubt, dass bereits in zehn Jahren viel mehr Menschen im All Urlaub machen könnten. "Erst kommen die Reichen, aber der Wettbewerb senkt die Kosten. Für die kommende Generation wird es wie eine Abenteuerreise in die Antarktis sein." Vielleicht nach dem Motto: Ein kleiner Scheck für reiche Raumfahrer, ein großer Schritt für die Menschheit.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 19.11.2020, 9-12 Uhr

Jetzt im Programm