E-Auto
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Elektro-Autos sollen die Umwelt retten. Bislang ist ihr großer Durchbruch jedoch ausgeblieben. Ein Überblick über Chancen und Probleme.

Die Umwelt

Für die ist das E-Auto besser als ein Verbrenner. Selbst wenn man die Herstellung mit einberechnet und vom aktuellen Strom-Mix ausgeht, also von einem gehörigen Anteil Kohlestrom. Ein E-Auto setzt in seinem gesamten Autoleben rund 27 Prozent weniger Kohlendioxid frei als ein Benziner, hat das Umweltbundesamt ausgerechnet und immerhin noch 16 Prozent weniger als ein Diesel. Dieser Vorteil wird künftig noch deutlich größer, weil der Anteil an Ökostrom steigen, der an Kohlestrom dagegen sinken wird.

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Die Preise

E-Autos sind teurer als Verbrenner. Sie werden deshalb nur wenig gekauft, trotz üppiger staatlicher Förderung. Die will Verkehrsminister Scheuer deshalb noch mal erhöhen. Im Unterhalt ist ein Elektroauto dagegen günstiger. Der nötige Strom kostet weniger als Benzin. Außerdem brauchen Elektromotoren weniger Wartung.

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Die Jobs

Die sind ein Problem: Die deutsche Autoindustrie ist bei Verbrennern spitze, bei E-Autos dagegen nicht unbedingt Weltmarktführer. Hinzu kommt: Technisch sind Elektroautos unaufwändiger, brauchen weniger Bauteile und damit weniger spezialisierte Zulieferfirmen. Doch gerade bei den Zulieferern existiert ein Großteil der gut bezahlten Jobs in der deutschen Autoindustrie.

Die Infrastruktur

Batterien brauchen Ladestationen. In ländlicheren Gegenden und Vororten ist das kein so großes Problem, die Stationen lassen sich nämlich auch in der heimischen Garage installieren. In den Städten dagegen müssen öffentliche Ladesäulen her. Hier sind noch ordentlich Investitionen nötig, der Bund hat Förderprogramme aufgelegt.

Der Strom

Wenn es gelingen sollte, den Anteil der E-Autos deutlich zu steigern, wie es für die Klimaziele eigentlich nötig ist, dann muss der Strom irgendwo herkommen - und zwar nicht aus fossilen Brennstoffen. Das heißt: Die erneuerbaren Energien müssen ausgebaut werden. Das gilt auch für das Stromnetz, damit das die zusätzlichen Stromverbraucher verkraftet. Der Vorteil ist dabei, dass intelligente Netze geparkte E-Autos als Stromspeicher nutzen könnten. Speichermöglichkeiten für erneuerbaren Strom werden mit dem Abschalten von Kohlekraftwerken immer wichtiger.

Der Verkehr in den Städten

Für den Verkehr bringen E-Autos herzlich wenig. Sie sind zwar leiser als Verbrenner, aber das ist auch schon alles. Sie brauchen genauso viel Platz, wenn sie fahren und vor allem wenn sie stehen. Eine Lösung für verstopfte Innenstädte und vollgeparkte öffentliche Räume bieten sie also nicht. Hier helfen nur weniger Autos, möglichst welche, die geteilt und nicht nur privat genutzt werden.

Klimaschädliche Batterie

Das größte Bauteil eines Elektroautos ist mit mehreren hundert Kilo Gewicht die Batterie. Und sie ist das klimaschädlichste. Denn für das hier verwendete Lithium werden fragile Ökosysteme in Südamerika zerstört und der dort lebenden Bevölkerung Land und Wasser geraubt. Die Autoren recherchieren vor Ort, zeigen die Auswirkungen des Lithium-Booms: eine ökologische und menschliche Katastrophe, in Kauf genommen für das "Null-Emissionen-Auto" in Europa.

Die Herstellung eines 100-kWh-Akkus, notwendig für einer Reichweite von rund 400 Kilometer, verursacht eine Klimabelastung von 15 bis 20 Tonnen Kohlendioxid. Ein Wert, für den ein 6-Liter Mittelklassewagen mit Benzin- oder Dieselmotor bis zu 100.000 Kilometer weit fahren kann. Für die Produktion von Elektroautos werden sehr viele unterschiedliche Rohstoffe gebraucht.

(Quelle: daserste.de)

Hohe Umweltbelastung bei der Herstellung

Forscher des Wuppertal Instituts für Klimaforschung sagen: Der ökologische Rucksack, also die Summe der Umweltbelastung durch alle bei der Herstellung verwendeten Materialien, ist bei der E-Mobilität im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so hoch.

Unter dem Strich sind E-Autos keineswegs umweltfreundlicher als Benziner oder Diesel, zumindest nicht, wenn sie eine ähnliche Reichweite haben. Experten sind sich einig: Der einzige Weg, Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten ist, den Individualverkehr zu reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken.

(Quelle: daserste.de)

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