Familie Jabas
Familie Jabas: Haya, Mahmoud, Nada, Hasna Mohammad und Hala (v. l. n. r.) Bild © Dominik Bender

Die Familie Jabas aus Aleppo ist vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Deutschland geflohen. Weil ihr Antrag auf Asyl abgelehnt wurde, hat die Familie Klage eingereicht und wartet seit über einem Jahr auf eine Entscheidung. Jetzt kommt Hoffnung auf.

Hala und Nada, die beiden zehn und zwölf Jahre alten Schwestern, gehen zur Schule. Sie sind angekommen, sprechen Deutsch - schon ganz selbstverständlich. Den Eltern Hasna und Mahmoud fällt es nicht so leicht. Die Mutter hatte das Lernen zwischendurch fast aufgegeben: zu viel Unsicherheit darüber, ob sie überhaupt bleiben kann. Jetzt hat sie wieder angefangen.  

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Die Geschichte der Familie Jabas

Wir begleiten die Familie aus Syrien seit ihrer Ankunft im hessischen Riedstadt im März 2016. Mehr zu ihrer Geschichte - ihrem alten Leben in Aleppo, ihrer Flucht und ihrem neuen Leben in Deutschland - lesen Sie hier.

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Die Familie ist in dem kleinen Wohnzimmer zusammengekommen. Papa Mahmoud muss schmunzeln, wenn er seine Kleinste, die anderthalb Jahre alte Haya, beobachtet. "Mit meiner Familie, mit meinen Töchtern, auch mit dem kleinen Baby – mir geht's gut", erzählt er.

hr-iNFO-Reporter Stefan Bücheler mit Nada Jabas
hr-iNFO-Reporter Stefan Bücheler mit Nada Jabas Bild © hr

Zusammen zu sein ist ein Stück Frieden, Glück und jetzt auch wieder Hoffnung: Denn in gut einem Monat steht endlich der Termin beim Verwaltungsgericht Wiesbaden an. Die Familie hat geklagt und will erreichen, dass Mahmoud Jabas den Flüchtlingsstatus nach der Genfer Konvention erhält. Dann wären die Hürden für eine Abschiebung höher, die Familie hätte mehr Rechte. Es wäre leichter für sie, eine Niederlassungserlaubnis zu bekommen, also: tatsächlich dauerhaft zu bleiben. 

Flüchtlinge müssen mit Verfolgung rechnen

Mahmoud Jabas hatte nicht für das Assad-Regime kämpfen wollen und das – da ist Rechtsanwalt Domink Bender optimistisch – sollten die Richter anerkennen: "Wer sich eben nicht meldet, sondern flieht, wer illegal das Land verlässt, wer dann auch noch im Ausland Asyl beantragt – was damit gleichzusetzen ist, schlecht über den syrischen Staat zu reden –, der läuft natürlich Gefahr, dass er als Oppositioneller eingestuft wird", erklärt Bender.

Rechtsanwalt Dominik Bender
Rechtsanwalt Dominik Bender aus Frankfurt vertritt die Familie Jabas bei ihrer Klage gegen den abgelehnten Asylantrag. Bild © Dominik Bender

Die optimistische Haltung des Anwalts wird gestützt von einer aktuellen Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Thüringen. Darin heißt es, dass Asylbewerber, die sich durch ihre Ausreise dem Wehrdienst entzogen haben, mit politisch motivierter Verfolgung in Syrien rechnen müssen. Das sollte auch für Mahmoud Jabas gelten. Es gibt Grund zur Hoffnung, mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts die zermürbende Ungewissheit endlich loszuwerden. Auch für die zwölfjährige Nada wäre das ein wichtiger Schritt. "Ja, ich will hier bleiben", sagt sie. "Hier ist meine Zukunft!"

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Sendung: hr-iNFO, 19.6.18, 12 Uhr

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