Borkenkäfer
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Bei warmem, trockenem Wetter breiten sich Borkenkäfer rasch aus. Dieses Jahr werden wohl noch viele Millionen Käfer über Hessens Bäume herfallen. Die Landesbehörde "HessenForst" rechnet mit mindestens 2 Millionen Euro Schaden durch die aktuelle Borkenkäferplage.

Die Baumfäller im nordhessischen Reinhardswald haben alle Hände voll zu tun. Schuld ist der Borkenkäfer, sagt Förster Markus Ziegeler: "Wir empfinden es schon sehr als Plage. Ich glaube, auch die Waldbesucher sehen ja die absterbenden Fichten und wie der Borkenkäfer das Gesicht ihres Waldes verändert."

Trockenheit

Hauptgrund für die Borkenkäfer-Plage ist die Trockenheit, die nun schon seit April auch im Reinhardswald andauert. Normalerweise wirkt der Waldboden wie ein Schwamm, der den Regen aufsaugt: "Wenn jetzt dieser Schwamm vertrocknet, dann bekommt der Baum kein Wasser mehr nach und kann auch kein Harz mehr produzieren. Dieses Harz aber wiederum benötigt er, um den Käfer, der auf den Stamm geht und sich einbohrt, um den auzuharzen, damit er nicht in den Stamm hineinkommt."

Borkenkäfer Rinde
Baumrinde mit Spuren des Borkenkäfers. Bild © picture-alliance/dpa

Die Folge: Die Borkenkäfer bohren sich unter der Rinde durch das Holz, legen ihre Eier ab. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die bohren sich weiter durchs Holz, bis der Baum stirbt. Vor allem Fichten sind betroffen. Und die gibt es in vielen hessischen Wäldern. Das beste Mittel gegen die Borkenkäferplage ist die Motorsäge. Sobald die Förster einen befallenen Baum sehen, rufen sie die Holzfäller. Denn jetzt kommt es darauf an, schnell zu sein, bevor die Käfer auch die Nachbarbäume befallen, so Jörg van der Heide, von der Landesbehörde "HessenForst" in Kassel: "Die Priorität lautet jetzt bis September, Anfang Oktober einschließlich, ganz gezielt frischen Borkenkäferbefall aufzuarbeiten. Das heißt, die Bäume zu fällen, am Waldweg zu lagern und schnellstmöglich abzusetzen."

Viel Holz auf dem Markt

Was sich so einfach anhört ist aber in der Praxis schwer. Denn die Sägewerke können so viel Holz auf einmal gar nicht verarbeiten. Außerdem ist im Moment sowieso viel Holz auf dem Markt, weil Sturm Friederike im Januar viele Bäume umgeworfen hat. Dazu kommt jetzt auch noch das Borkenkäferholz. "HessenForst" kann so viele Bäume gar nicht verkaufen. Schon gar nicht zu einem guten Preis. Also werden die gefällten Bäume im Wald gelagert. Wie im Reinhardswald, erzählt Förster Markus Ziegeler: "Das heißt, wir entrinden das Holz und legen es luftig aufeinander. Dann ist es nicht mehr attraktiv für die Käfer. Genauso wie nasses Holz. Oder wir packen es in Folie ein."

In Folie eingepacktes Holz kann nicht mehr von Borkenkäfern befallen werden. So können die Stämme lange im Wald lagern, bis das Holz endlich verkauft ist. Wer also im Wald am Wegesrand Bäume unter Folien sieht, braucht sich nicht zu wundern. Schuld ist der Borkenkäfer.

Sendung: hr-iNFO, 27.8.2018, 13:10 Uhr

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