Joggen im Winter

Bewegung, mit anderen sprechen und wenn möglich nicht rauchen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Reihe konkreter Empfehlungen gegeben, um sich in Zeiten von Corona geistig und körperlich fit zu halten. Ein Überblick.

Die Corona-Pandemie bringe für viele Menschen eine dramatische Veränderung des Alltags. In dieser schwierigen Zeit sei es besonders wichtig, auf die körperliche und geistige Gesundheit zu achten, sagt der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das werde nicht nur langfristig helfen, "sondern auch im Kampf gegen die Krankheit, wenn sie sich anstecken sollten."

Gut ernähren, weniger Alkohol, nicht rauchen

Der WHO-Generaldirektor hat eine ganze Reihe von Empfehlungen, wie sich Menschen in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und geschlossenen Sport- und Freizeiteinrichtungen gesund halten können. Vieles davon liegt eigentlich auf der Hand, dürfte dennoch von einigen nicht beachtet werden. So solle man sich "gesund und nahrhaft ernähren, damit Ihr Immunsystem richtig funktionieren kann", so Ghebreyesus. Außerdem empfiehlt er, den Alkoholkonsum zu begrenzen und zuckerhaltige Getränke zu vermeiden. Und: "Rauchen Sie nicht. Rauchen kann das Risiko erhöhen, einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln, wenn Sie sich mit COVID-19 infizieren."

30 Minuten Bewegung am Tag

Wichtig sei es auch, körperlich aktiv zu bleiben. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen täglich 30 Minuten an Bewegung, Kindern eine Stunde pro Tag: "Wenn Ihre örtlichen oder nationalen Vorschriften es erlauben, gehen Sie nach draußen, um spazieren zu gehen, zu joggen oder um Radzufahren, aber halten Sie dabei Abstand zu anderen. Wenn Sie das Haus nicht verlassen dürfen, suchen Sie im Internet nach einem Video mit Übungen, tanzen Sie zu Musik, machen Sie Yoga oder laufen Sie die Treppe rauf und runter."

Home Office: Pausen sind wichtig

Die Weltgesundheitsorganisation hat auch konkrete Empfehlungen für alle, die jetzt von daheim aus arbeiten müssen. "Wenn Sie zu Hause arbeiten, achten Sie darauf, dass Sie nicht zu lange in der gleichen Position sitzen. Stehen Sie auf und machen Sie alle 30 Minuten eine dreiminütige Pause." Genauso wichtig wie körperliche Fitness sei es auch, an den Kopf zu denken, erklärt der WHO-Generaldirektor. In einer Krise wie derzeit sei es ganz normal, dass man sich gestresst fühlt, verwirrt und verängstigt: "Mit Menschen zu sprechen, die man kennt und denen man vertraut, kann helfen. Andere Menschen zu unterstützen, kann Ihnen genauso helfen wie denen die sie unterstützen. Nehmen Sie Kontakt auf mit Nachbarn, Familie und Freunden. Mitgefühl ist eine Medizin."

Nicht zu viele Nachrichten

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Das Gebot der Zeit: Abstand halten. Gesehen von Jürgen Eimer in einer Apotheke in Frankfurt-Bornheim.
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Wichtig sei es, sich nicht selbst verrückt zu machen. Deshalb rät der WHO-Generaldirektor in Sachen Konsum von Nachrichten durchaus zur Zurückhaltung: "Versuchen Sie, nicht zu viele Nachrichten zu lesen oder zu sehen, wenn Sie das beunruhigt. Holen Sie sich ein- oder zweimal am Tag Informationen aus zuverlässigen Quellen."    

 Ausdrücklich ermuntert Tedros Adhanom Ghebreyesus die mehr denn je an ihre Wohnung gefesselten Menschen, Musik zu hören, ein Buch zu lesen oder ein Spiel zu spielen.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 23.3.2020, 6 bis 9 Uhr

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