Bier

Millionen Arbeitnehmer haben Probleme mit Alkohol und Computerspielen. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Job: Der Krankenstand ist bei den Betroffenen laut DAK-Gesundheitsreport doppelt so hoch. Außerdem sind sie häufiger unkonzentriert oder kommen zu spät.

Wie die Studie "Sucht 4.0" zeigt, gibt es bei den betroffenen Arbeitnehmern in allen Diagnosegruppen mehr Fehltage. Mit 7,6 Prozent ist der Krankenstand doppelt so hoch wie bei Arbeitnehmern ohne Auffälligkeiten. Besonders deutlich ist der Unterschied bei den psychischen Leiden. Hier sind es mehr als dreimal so viele Fehltage.

Insgesamt gibt es nach der DAK-Studie unter den Erwerbstätigen 6,5 Millionen abhängige Raucher. 400.000 erfüllen die Kriterien einer Computerspielsucht, und 160.000 Erwerbstätige sind alkoholabhängig. Suchtmittel können aber auch die Gesundheit gefährden und schädigen, ohne dass gleich eine Sucht oder Abhängigkeit vorliegt.

Jeder zehnte Arbeitnehmer mit riskantem Alkoholkonsum

Jeder zehnte Arbeitnehmer zeigt demnach einen solchen gesundheitlich riskanten Alkoholkonsum. Damit setzen sich rund vier Millionen Erwerbstätige mit ihrem Trinkverhalten Risiken aus, krank oder abhängig zu werden. Bei jungen Erwerbstätigen fällt sogar jeder Sechste zwischen 18 und 29 Jahren in diese Kategorie. Der Anteil der Beschäftigten dieser Altersgruppe mit riskantem Alkoholkonsum ist fast doppelt so groß wie unter den 40- bis 49-Jährigen. 

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„Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Wir müssen hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen.“ Zitat von Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender DAK-Gesundheit
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Ein riskanter Konsum liegt laut Fachleuten vor, wenn eine Frau mehr als 0,3 Liter Bier oder ein Mann mehr als 0,6 Liter Bier pro Tag trinkt. "Die hohe Zahl der Betroffenen ist alarmierend", sagt der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit Andreas Storm. Der riskante Umgang mit Alkohol bleibe ein zentrales Problem in unserer Gesellschaft, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt habe. "Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Wir wollen eine breite und offene Debatte anstoßen. Wir müssen hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen. Ist es Genuss, Gewohnheit oder bereits Sucht?" Beim Thema Alkoholprävention fehlten flächendeckende und wirksame Angebote.

Rauchen ist verbreitetste Sucht

Aber auch Computerspielen kann Folgen für die Arbeitswelt haben. Rund 2,6 Millionen Erwerbstätige zeigen der Studie zufolge ein riskantes Nutzungsverhalten. Jeder Vierte davon spielt auch während der Arbeitszeit - bei Computerspielsüchtigen sogar jeder Zweite. Auch in diesem Fall sind Betroffene oft unkonzentrierter bei der Arbeit, kommen zu spät oder werden häufiger krank geschrieben.

Die verbreitetste Sucht ist das Rauchen von Zigaretten. 22 Prozent der Erwerbstätigen greifen zum Glimmstängel. Unter den Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil. Bei den 60- bis 65- jährigen Berufstätigen raucht fast jeder Vierte (23,7 Prozent). Fast jeder zweite Raucher raucht auch während seiner Arbeitszeit, also außerhalb der Arbeitspausen.

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Alle Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports 2019 finden Sie hier (dak.de).

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Sendung: hr-iNFO, 16.4.2019, 13:30 Uhr

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