Der richtige Fernseher für die Fußball WM
Füße hoch und Spiel an? Im Büro sicher nicht ... Bild © picture-alliance/dpa

Viele der WM-Spiele werden schon am frühen Nachmittag angepfiffen - wenn der eine oder andere noch im Büro ist. Darf man das Fußballspiel nebenbei auf dem Computer schauen? Und was droht dem Arbeitnehmer im schlimmsten Falle, wenn der Chef ihn erwischt?

Wenn ein Fußballspiel vor- oder nachmittags läuft und Arbeitnehmer es während der Arbeit heimlich schauen, greifen sie auf unterschiedlichste Tricks zurück: Der Ton ist auf lautlos gestellt und das Fenster auf dem Computerbildschirm ist nur im Hintergrund geöffnet. Erlaubt ist das allerdings nicht, erklärt der Marburger Rechtsanwalt Thomas Kelz: "Es gibt einen Arbeitsvertrag und der verpflichtet den Arbeitnehmer, Arbeit zu leisten. Deshalb darf er nicht während der Arbeit Fernsehen, Radio hören oder in sonstiger Weise Fußballspielen folgen."

Das heißt, egal ob Bürojob oder eine Tätigkeit in einer Werkstatt, in der nebenbei Radio laufen darf; sobald der Arbeitnehmer von seiner Tätigkeit abgelenkt wird, weil er zum Beispiel gebannt ein Spiel verfolgt, ist das arbeitsrechtlich problematisch. Der Chef kann entsprechend mit einer Abmahnung reagieren.

Ausnahmen sind möglich

Doch wie sieht es im Alltag aus? Kann man das Spiel überhaupt nebenbei verfolgen? Im Einzelhandel mit Kundenkontakt ist das sicherlich schwierig. Doch Ausnahmen von Seiten des Chefs sind jederzeit möglich, erklärt Thomas Kelz: "Das ist in allen Abstufungen möglich, dass man sagt, man erlaubt das Radio hören oder man erlaubt, den Live-Ticker immer mal zu aktualisieren. Aber das sollte eben vorher geklärt sein, um Irritationen im Arbeitsverhältnis und eben auch rechtliche Schritte, wie die Abmahnung, zu vermeiden."

Da kann man also nur hoffen, dass der Chef selbst Fußball-Fan ist und es sportlich sieht. Oder man hat das Glück und arbeitet in einer Bar, in der das Spiel ohnehin übertragen wird. So ein gemeinsames Fußballerlebnis am Arbeitsplatz kann ja auch die Arbeitsmoral stärken. Diese Erfahrung hat zumindest Rechtsanwalt Thomas Kelz gemacht.

Sendung: hr-iNFO, 27.6.18, 06:10 Uhr

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