Eine Rakete startet vom Weltraumbahnhof Baikonur.

Ein eigener Weltraumbahnhof für Deutschland: Braucht es sowas? Thomas Jarzombek (CDU), der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, jedenfalls wirbt dafür.

Im Wettbewerb um Startaufträge für Satelliten wirbt Thomas Jarzombek (CDU), der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, für einen eigenen Weltraumbahnhof für Deutschland. Denkbar wäre etwa eine schwimmende Plattform in der Nordsee, von der aus kleine Raketen in eine Erdumlaufbahn abheben. Deutschland habe eine gute Chance, in den Markt zu kommen, sagt Jarzombek in der aktuellen Ausgabe des hr-iNFO-Podcasts "WeltraumWagner".

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Zum Artikel WeltraumWagner: Cape Nordsee - Der Traum vom deutschen Weltraumbahnhof

Weltraumwagner: Dirk Wagner udn Oliver Günther
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In der EU-Kommission werde etwa schon über ein eigenes Satelliten-Netzwerk für Internetverbindungen nachgedacht: "Ich halte das ebenfalls für eine essenzielle Technologie, wo Europa dabei sein sollte", so Jarzombek. Als möglichen ersten Starttermin für eine der neuen Raketen nannte er Ende 2021 oder Anfang 2022. Aktuell entwickeln drei Unternehmen aus Deutschland in einem Wettbewerb solche Trägerraketen.

Es bräuchte ein deutsches Weltraumgesetz

Allerdings bräuchte man dann ein deutsches Weltraumgesetz, so Jarzombek zu den juristischen Voraussetzungen. Es dürfe aber kein "Weltraum-Aktivitäten-Verhinderungsgesetz" werden mit Hürden, über die am Ende keines der neueren Unternehmen in diesem Bereich springen könne: "Das ist mit mir persönlich nicht zu machen", so Jarzombek.

Dennoch sei es wichtig, auch die privaten Anbieter zur Verantwortung zu ziehen, wenn durch ihre Aktivitäten in der Raumfahrt Schäden entstehen sollten. Bislang hafte dafür vor allem der Staat. Eine solche Haftung müssten aber auch die Firmen  übernehmen, jeweils abhängig von ihrem eigenen Verschulden.

Zusammen mit der Europäischen Union arbeite Deutschland als Ratsvorsitzender an einer besseren Überwachung und Steuerung des Verkehrs im Weltraum. Als Beispiel nannte Jarzombek den Beinahe-Zusammenstoß eines Satelliten der US-Firma "SpaceX" mit einem Satelliten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA im vergangenen Jahr. Die ESA habe damals vergeblich versucht, jemanden bei "SpaceX" wegen der drohenden Gefahr zu erreichen. Es müsse aber in Zukunft klar sein, wer wem auszuweichen habe, ohne dass man dafür nachts jemanden aus dem Bett holen müsse.

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