Ihre Kommentare Wer hat Sie überzeugt?

15 Kommentare

  • Vielen Dank für diese wichtige Diskussion!

    Mir persönlichen war die Auseinandersetzung mit diesem extrem komplexen Thema inhaltlich zu unstrukturiert und unvollständig (Atommüll-Endlagerung). Daher möchte ich auf die aktuelle Folge von Quarks zum gleichen Thema hinweisen:
    https://m.youtube.com/watch?v=Rq_IEE5CraI

    Und die ebenfalls aktuelle Folge des ZDF Magazin Royal von Jan Böhmermann bringt es bezüglich der Endlagerung ziemlich auf den Punkt: Für zwei Generationen atomarer Energieerzeugung müssen die 40.000 (!) nachfolgenden Generationen mit klar kommen.

  • Fakt ist doch: Das wurde ja auch am Ende nochmal gesagt - Einen Tod müssen wir sterben. Ohne ökologischen Fußabdrücke zu hinterlassen geht es nicht und die, die wir bereits hinterlassen haben können wir erst recht nicht zurücknehmen.

    Was wir brauchen ist eine faire Diskussion mit der Abwägung von allem für und wieder. Es sollte sich in dieser Diskussion keiner auf die Durchsetzung seiner Meinung konzentrieren. Hier geht es schließlich im Kern nicht um uns, sondern um die Umwelt.

    Am Ende stoßen wir doch immer wieder auf solche Kontroversen. Wie z. B. in dem Beispiel mit den Opfern im Straßenverkehr und beim Fliegen. Oder aber auch der Vergleich der Todeszahlen durch Atomkraft oder die Verschmutzung durch Kohlekraftwerke. Oder ein aktuelles Beispiel... Die Abwägung, ob eine Impfung mit AstraZeneca zur Vermeidung einer Covid-19 Erkrankung sinnvoll ist trotz der eventuellen Nebenwirkungen.

    Letzten Endes müssen wir uns miteinander für das kleinere Übel entscheiden.

  • Vielen Dank an Manfred aus Frankfurt. Du hast meinen Kommentar vorweggenommen.

    Die spannende Frage ist doch: Was ist wirklich eine nachhaltige Energie- und Wirtschaftspolitik?, die uns hilft, den Klimawandel abzuwenden. Da hilft es doch nicht das Märchen von der sauberen und kostengünstigen Atomenergie aus der technologischen Mottenkiste herauszuholen.
    Das Gesundheitsrisiko von Atommeiler mit dem Gesundheitsrisiko von Kohlekraftwerken zu vergleichen, ist lächerlich. Sicherlich gefährden Kohlestaubpartikel die Gesundheit, aber die Gefahr von Radioaktivität ist um einiges höher und vor allem langanhaltender. Während der Kohlestaub verschwindet, sobald das Werk abgeschaltet wird, beträgt die Halbwertszeit von Plutonium ca. 24.000 Jahre.
    Wenn man den Klimawandel abwenden und CO2-Emisionen verringern möchte, fallen mir Tausend bessere Vorschläge ein, von denen Herr Preuß ja selbst einige aufzählt.
    Darüber sollte man sich Gedanken machen und diskutieren!

  • Schade, dass eine solch wichtige Diskussion von Laien mit Schlagworten betrieben wird. Aktivisten ersetzen Argumente, obwohl:

    1. Der Kernbrennstoff ist endlich schnell verbraucht. Langfristige Energieversorgung ist damit nicht möglich.

    2. Kernenergie wird von den Betreibern nur genutzt, weil die Staaten massiv subventionieren. Unter allen Energiearten ist sie die teuerste. Alle Realkosten zusammengezählt kostet der Strom ca. EUR 2,50 pro kWh. Das was wir weniger netto für den Strom zahlen wird uns über die Steuern abgeknöpft.

    3. Wir werden den Müll nicht los. Niemand. Vergraben hilft nicht. Von den jetzt erzeugten Abfällen werden ca. 2 noch in 1 Milliarde (!) Jahren vorhanden ... und der Abfall wird noch strahlen, wenn die Erdoberfläche längst nicht mehr unsere Kontinente zeigt.

    Natürlich kommen zusammen mit FFF auch die Kernkraftlobbyisten wieder aus den Löchern. Von HR-Info hatte ich eine spannendere Diskussion erwartet.

  • Zur Flusswasserkühlung von AKW in der Erderwärmung:

    Klimastudie
    Dürren in Europa so extrem wie noch nie
    "Die Dürren waren weitaus gravierender als in den rund 2100 Jahren davor, schreiben Forscher im Fachblatt Nature Geoscience "
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/europa-duerren-so-trocken-wie-noch-nie-a-b8b07d91-e644-48fb-8235-7fac07fd5590

    Recent European drought extremes beyond Common Era background variability
    https://www.nature.com/articles/s41561-021-00698-0

  • Mich haben die Argumente von Simeon Preuß sehr überzeugt. Habe auch mal einige der Punkte selbst recherchiert. Er hatte in allem Recht. Sogar im Punkt der Zustimmung zur Kernenergie. In den letzten Umfragen gab es eine knappe Mehrheit für eine Laufzeitverlängerung existierender Kernkraftwerke. Neulich bei der FAZ - und die wird hauptsächlich von Nettosteuerzahlern gelesen - gab es dafür sogar eine Dreiviertelmehrheit. Der Stimmungsumschwung zugunsten der Kernkraft ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Gut so!

  • Der Anlass für den abrupten Ausstieg Deutschlands war die Katastrophe in Fukushima. Sie wurde durch ein sehr schweres Erdbeben mit nachfolgendem Tsunami verursacht. Ist das bei uns zu befürchten? Diese Art von Ausstieg, der große materielle Werte vernichtet, war ein kapitaler Fehler, der vor allem dem Machterhalt der Kanzlerin diente.
    Wie müsste es weitergehen?
    1. Abkehr vom materiellen Wachstumsgedanken und Umkehr zu weniger Konsum bei gleichzeitigem technologischem Fortschritt mit weniger Verbrauch an Energie und Ressourcen, dazu mehr Recycling.
    2. Massiver Ausbau der alternativen Energien und der zugehörigen Infrastruktur.
    3. Schnelle Reduktion der Nutzung fossiler Energien bis bis nahezu 0 unter vorübergehender Nutzung der Kernenergie.

    Beide Diskutanten fand ich gut. Herr Preuß hatte gute, mit Zahlen unterlegte Argumente. Für Herrn Günther spricht, dass er nachdenklich zu werden schien.

  • Simeon, also absolut PRO Atomkraft. Nicht nur Weiterbetrieb, auch Neubau beginnen

  • Simeon Preuß, hat die Thematik super und sachlich auf den Punkt gebracht.
    Die Energiewende wurde durch Fukushima einfach zu schnell und unüberlegt verabschiedet.
    Wir werden mehr denn je für unseren immer mehr ansteigenden Strombedarf eine verlässliche Stromversorgung (Grundlast) benötigen. Insbesondere wenn ich an die Themen Digitalisierung und Elektroautos denke.
    Windkraft und Photovoltaik reichen dabei allerdings bei weitem nicht aus.
    Wir in Deutschland meinen immer eine Vorreiterrolle übernehmen zu müssen, während andere Länder in Europa aber auch sogar Japan dabei weiterhin an der Kernenergie festhalten.
    Ich hoffe nicht, dass wir in Deutschland die bittere Erfahrung eines Blackouts machen müssen und dann Atomstrom von maroden AKWs aus unseren Nachbarländern kaufen müssen....

  • Nein, die Weiternutzung der alten Kernkraftwerke oder gar der Neubau kann keine Lösung für des Klimaproblems sein:

    - Kernenergienutzung und die erneuerbaren Energien sind nicht kompatibel: KKWs sind nur grundlastfähig, man kann sie nicht flexibel an den Bedarf anpassen. Das aber bräuchten wir, wenn wir mehr Erneuerbare haben wollen. Die Alternative wären sehr, sehr viel mehr KKWs und trotzdem noch zusätzliche fossile Kraftwerke, um die Bedarfsschwankungen ausgleichen zu können. Das wäre der pure Wahnsinn.

    - Die Nutzung der Kernkraft ist so unendlich teuer (wenn man eine Vollkostenrechnung aufstellt), dass sich diese Energieform schon von ganz alleine disqualifiziert.

    - Zusätzliche KKWs kommen auf jeden Fall zu spät zur Rettung des Klimas. Man schaue nur mal nach England oder Finnland, wie lange so etwas dauert

    - Kernkraftnutzung lohnt sich nur für Länder, die Atomwaffen besitzen. Nur bei Querfinanzierung durch das Militär bleiben die Stromkosten bezahlbar (und ohne Folgekosten)

  • Danke dafür, dass dieses Thema ernsthaft angegangen wird. Simeon Preuss kam sehr gut rüber und seine Arbeit hat mit dazu geführt, dass sich der Wind in Deutschland dreht. In anderen - auch europäischen - Ländern ist man längst weiter. Selbst die Grünen in Finnland lehnen die Atomkraft nicht mehr ab.

    Mehr zu dem Unfall von und die Mythen um Fukushima findet man aus aktuellem Anlass in diesem Artikel von der von Simeon Preuss erwähnten Anna Vero Wendland und mir: https://www.oekomoderne.de/zehn-jahre-fukushima-falschinformation/

    Insgesamt: Hervorragend, dass "mein" Sender HR-Info dieses wichtige Thema unvoreingenommen aufnimmt!

  • Kernenergie als Brückenenergie war einmal das Thema.
    Wir brauche dies, bis CO2-neutraler Ersatz zur Verfügung stehen -- Kernfusion, die Energie der Sonne. Was ist damit?

    Gruß Udo Neumeyer

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    überzeugt hat mich Herr Preuss überhaupt nicht. In dieser Debatte konnte auf viele wichtige Aspekte nicht eingegangen werden oder sie wurden nur kurz erwähnt. Worauf Herr Preuss überhaupt nicht eingegangen ist, war die Frage nach dem Atommüll, der über Generationen die Nachkommen gefährdet. Zudem sind die aufgrund eines Atomunfalles großen unbewohnbar gewordenen Flächen nicht angesprochen worden. CO2 ist eben nicht das einzige Problem in der Energiegewinnung. ...
    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Thomas Langenfeld

  • Super Sendung, hab es zufällig und komplett im Auto gehört, selten was Spannenderes im Radio erlebt.
    Ich stand hier vorher eher neutral zur Sache mit Tendenz gegen Atomkraft. Nur fand ich die Argumente von meinem Beinahe-Namensvetter schon sehr gewichtig. Mit dem Kampf gegen den Klimawandel gibt es keine zweite Chance, diese Uhr tickt. Frankreich hat uns da echt was vorgemacht, mit der Energiewende.

    Ja, die Kernkraft ist gefährlich und die Frage mit der Lagerung des Mülls ein Problem. Diese Risiken weiter bewusst einzugehen ist ethisch und moralisch schwer vertretbar. Es hilft kommenden Generationen allerdings nichts mehr, wenn unser Planet klimatisch an die Wand gefahren wurde und dafür aber weniger radioaktiver Müll, als der jetzt ohnehin schon vorhandene und durch bestehende Anlagen sicher noch anfallende, in zweifelhaften Endlagern steckt.

    Die Menschheit kann es sich nicht leisten, gewichtiges Potential zum CO2-Sparen nicht zu nutzen.

    Hoffentlich kommt die Erkenntnis weiter.

  • Allein schon die ungelöste Entsorgungsfrage des Atommülls und die unkalklierbaren Kosten müssen zur schnellen Beendigung dieser Form der Energiegewinnung führen.
    Mit jeder Tonne Atommüll hinterlassen wir zukünftigen Generationen zusätzliche Umweltlasten!!!!

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