Angela Inselkammer und Oliver Günther

Um dem Coronavirus beizukommen, würde hr-iNFO-Redakteur Oliver Günther auf eine 2G-Regelung in der Gastronomie setzen. Heißt: Nur Geimpfte und Genesene dürfen in einer Gaststätte speisen. Angela Inselkammer, Betreiberin eines Gasthofs, kann das nicht nachvollziehen. Die Gastronomie sei schließlich nie Pandemietreiber gewesen.

Eine Impfflicht wird es in Deutschland nicht geben. Das hat die Politik in der Corona-Pandemie immer wieder betont. In mehreren Bundesländern haben Veranstalter und Gastronomen jetzt wohl aber das Recht, Menschen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, auszuschließen. 2G heißt das dann: Nur geimpfte und genesene Personen sind willkommen.

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Zum Artikel Echt jetzt? 2G - verkappte Impfpflicht oder sinnvoller Corona-Schutz?

Angela Inselkammer und Oliver Günther
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Besser im Gasthof als privat

In Hessen wie in Bayern gibt es diese Möglichkeit. Angela Inselkammer, Präsidentin des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes und Betreiberin des Brauereigasthofs Aying, macht davon aber keinen Gebrauch. In ihrem Betrieb gilt auch weiterhin die 3G-Regelung: Neben Geimpften und Genesenen sind im Brauereigasthof Aying auch Getestete weiterhin willkommen.

"Es gibt Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Und es gibt solche, die ihren Nachweis vergessen haben. Die wollen wir trotzdem bedienen können", erklärt Inselkammer im Streitgespräch bei hr-iNFO. In ihrem Brauereigasthof werden Tests vor Ort angeboten. Es sei doch besser, die Menschen treffen sich bei ihr im Gasthof, wo sich alle an ein striktes Hygienekonzept halten, als im Privaten zu Hause, argumentiert die Gastwirtin.

Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit

hr-iNFO-Redakteur Oliver Günther überzeugt diese Argumentation nicht vollends. "Die Tests sind mir nicht sicher genug", sagt er. Die Fehlerquote sei zu hoch, die Gefahr, dass sich das Coronavirus im Winter in geschlossenen Räumen wieder verstärkt ausbreitet, müsste weiter minimiert werden. Das gehe am ehesten mit einer 2G-Regelung, weil das auch Anreize schaffen würde, dass sich noch mehr Menschen impfen lassen.

Wenn der Staat die Menschen zum Impfen motivieren möchte, dann solle er eben doch die Impfpflicht einführen, meint hingegen Inselkammer. Die Gaststätten seien da aber bestimmt nicht in der Verantwortung. Dass eine 3G-Regelung nicht 100-prozentig sicher ist, weiß auch die Bayerin. Das gelte aber etwa auch für ein öffentliches Verkehrsmittel wie Bus und Bahn. Und dort fordere ja auch niemand eine 2G-Regelung.

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8 Kommentare

  • Laut der Oxfordstudie ist die Viruslast bei Geimpften, die sich mit der Delta-Variante infiziert hatten, vergleichbar mit der von Ungeimpften. Entsprechend ist das Argument, dass man andere durch die Impfung schützt hinfällig. Der angestrebte Herdenschutz rückt damit in weite Ferne.

    Ich kenne viele (unabhängig ob geimpft oder ungeimpft), denen die ganzen Maßnahmen nur noch auf den Senkel gehen. Selbst Geimpfte haben keine Lust, sich ständig "ausweisen" zu müssen. Unsere Treffen finden deshalb zum größten Teil weiter in entspannten privaten Kreisen statt, wo keiner ausgeschlossen wird.

    Ich befürchte, dass das Ende der kostenfreien Tests vermutlich zu noch mehr 2G in der Gastronomie führen wird, da nur wenige bereit sein werden, 20 EUR zu zahlen, damit sie in ein Restaurant können. Glücklich werden dann die sein, die selbst gerne und gut kochen - und deren Freunde vermutlich auch :)

  • 2G in der Gastronomie ist ein nicht uninteressantes Nebenthema.
    Traurig, dass die wichtigen Dinge nicht besprochen werden dürfen.

  • Da die Politik zu wenig Arsch in der Hose hat, um eine Impfflicht durchzusetzen (wie war das doch gleich mit den Masern?), dann muss eben über 2G durchgesetzt werden. Von mir aus kann man das Hintertür nennen, aber sehe nicht ein, dass die Mehrheit der Gesellschaft durch ein paar Verwirrte gefährdet wird und auch noch denen Intensivbehandlung finanzieren soll!

    Was die Gastronomie anbelangt: Die Verluste werden sich in engen Grenzen halten. Die Impfverweigerer sitzen lieber zusammen in ihren Blasen, meditieren und trinken Kräutertee. Umsatzbringer sind sie nicht.

    Frau Inselkammer sollte mal ihre Kolleginnen und Kollegen danach fragen, wer mehr zum Geschäft beiträgt, die Esoteriker oder die "normalen" Gäste.

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