Simeon Preuß und Oliver Günther vor einem Atomkraftwerk

Wir brauchen die Atomkraft dringend im Kampf gegen den Klimawandel, sagt der Aktivist Simeon Preuß. hr-iNFO-Redakteur Oliver Günther hält dagegen: Fukushima habe bewiesen, dass das Risiko zu groß sei. In "Echt jetzt" treffen sie aufeinander. Wer kann Sie überzeugen? Schreiben Sie uns!

Vor zehn Jahren schaute die Welt gebannt auf das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima. Als Folge einer gigantischen Tsunami-Welle kam es in dem AKW zu einem der größten Unfälle in der Geschichte der zivilen Kernkraft. Als Folge beschloss Deutschland, bis zum Jahr 2022 alle seine Atomkraftwerke abzuschalten. Selbst in einem Hochtechnologieland könnten die Risiken der Kernenergie nicht beherrscht werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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Zum Artikel Atomkraft - Klimaretter oder Strahlenrisiko? "Echt jetzt?" Überzeug mich in 18 Minuten (III)

Simeon Preuß und Oliver Günther vor einem Atomkraftwerk
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Doch inzwischen ist die Lage eine andere. Der Klimawandel schreitet voran, der Druck, auf Kohle und Gas zu verzichten, steigt. In dieser Debatte gibt es vermehrt Stimmen, die eine Rückkehr zur Atomkraft fordern. Simeon Preuß ist eine von ihnen. Der Mathe- und Physiklehrer, Pro-Atomenergie-Aktivist und Youtuber sagt: Wir brauchen die Atomkraft dringend im Kampf gegen den Klimawandel. Denn Atomkraftwerke erzeugen Strom fast CO2-frei und CO2 gilt als Hauptursache des Klimawandels.

Simeon Preuß

hr-iNFO-Redakteur Oliver Günther hält das für falsch. AKW-Unfälle wie Tschernobyl und Fukushima hätten bewiesen, dass Atomkraft zu gefährlich sei. Ein schwerer Atomunfall habe Folgen, die viele Jahren andauern und die nicht regional begrenzt sind. Deshalb sei das Risiko zu groß, der Klimawandel müsse mit anderen Methoden gestoppt werden.

In unserer Streitsendung "Echt jetzt?" treffen sie aufeinander und tauschen 18 Minuten lang ihre Argumente aus. Wir möchten wissen: Wer hat Sie überzeugt? Wer hat die besseren Argumente? Wir freuen uns über Ihre Meinung im Kommentarfeld am Ende des Artikels!

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Echt jetzt? Überzeug mich in 18 Minuten!

Viel Emotion, viel Aufregung - aber Meinungen austauschen, über Argumente und auch deren Tauglichkeit reden? Eher selten. Das kommt Ihnen bekannt vor? Uns auch. Mit unserem neuen Format wollen wir das ändern. Wir wollen reden und sogar streiten – aber nicht übereinander, sondern miteinander: Zwei Personen mit zwei Meinungen gemeinsam in einem Gespräch. Und dann sind Sie dran: Wir sind sehr daran interessiert zu erfahren, was Sie über das Gehörte denken. Was Sie überzeugt hat, was nicht. Deshalb gehört zu jeder Folge auch die Möglichkeit, die Sendung und den Inhalt zu kommentieren.

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15 Kommentare

  • Vielen Dank für diese wichtige Diskussion!

    Mir persönlichen war die Auseinandersetzung mit diesem extrem komplexen Thema inhaltlich zu unstrukturiert und unvollständig (Atommüll-Endlagerung). Daher möchte ich auf die aktuelle Folge von Quarks zum gleichen Thema hinweisen:
    https://m.youtube.com/watch?v=Rq_IEE5CraI

    Und die ebenfalls aktuelle Folge des ZDF Magazin Royal von Jan Böhmermann bringt es bezüglich der Endlagerung ziemlich auf den Punkt: Für zwei Generationen atomarer Energieerzeugung müssen die 40.000 (!) nachfolgenden Generationen mit klar kommen.

  • Fakt ist doch: Das wurde ja auch am Ende nochmal gesagt - Einen Tod müssen wir sterben. Ohne ökologischen Fußabdrücke zu hinterlassen geht es nicht und die, die wir bereits hinterlassen haben können wir erst recht nicht zurücknehmen.

    Was wir brauchen ist eine faire Diskussion mit der Abwägung von allem für und wieder. Es sollte sich in dieser Diskussion keiner auf die Durchsetzung seiner Meinung konzentrieren. Hier geht es schließlich im Kern nicht um uns, sondern um die Umwelt.

    Am Ende stoßen wir doch immer wieder auf solche Kontroversen. Wie z. B. in dem Beispiel mit den Opfern im Straßenverkehr und beim Fliegen. Oder aber auch der Vergleich der Todeszahlen durch Atomkraft oder die Verschmutzung durch Kohlekraftwerke. Oder ein aktuelles Beispiel... Die Abwägung, ob eine Impfung mit AstraZeneca zur Vermeidung einer Covid-19 Erkrankung sinnvoll ist trotz der eventuellen Nebenwirkungen.

    Letzten Endes müssen wir uns miteinander für das kleinere Übel entscheiden.

  • Vielen Dank an Manfred aus Frankfurt. Du hast meinen Kommentar vorweggenommen.

    Die spannende Frage ist doch: Was ist wirklich eine nachhaltige Energie- und Wirtschaftspolitik?, die uns hilft, den Klimawandel abzuwenden. Da hilft es doch nicht das Märchen von der sauberen und kostengünstigen Atomenergie aus der technologischen Mottenkiste herauszuholen.
    Das Gesundheitsrisiko von Atommeiler mit dem Gesundheitsrisiko von Kohlekraftwerken zu vergleichen, ist lächerlich. Sicherlich gefährden Kohlestaubpartikel die Gesundheit, aber die Gefahr von Radioaktivität ist um einiges höher und vor allem langanhaltender. Während der Kohlestaub verschwindet, sobald das Werk abgeschaltet wird, beträgt die Halbwertszeit von Plutonium ca. 24.000 Jahre.
    Wenn man den Klimawandel abwenden und CO2-Emisionen verringern möchte, fallen mir Tausend bessere Vorschläge ein, von denen Herr Preuß ja selbst einige aufzählt.
    Darüber sollte man sich Gedanken machen und diskutieren!

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