Siemtje Möller und Jens Borchers

Es gebe Situationen, in denen müsse Deutschland Verantwortung übernehmen, sagt Siemtje Möller, verteidigungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. hr-Journalist Borchers hält dagegen: Was hilft es, Verantwortung zu übernehmen, wenn in 20 Jahren Afghanistan-Einsatz nie überprüft wurde, ob die Ziele annähernd erreicht wurden? In "Echt jetzt" treffen die beiden aufeinander.

Fast 20 Jahre war die Bundeswehr im Auslandseinsatz in Afghanistan. Das Engagement endet jetzt in einem Fiasko: Die Taliban haben wieder die Macht im Land, am Flughafen Kabul versuchen Menschen verzweifelt, noch auf einen der Militärflüge ins Ausland zu kommen. Die Bilder aus Kabul werfen in Deutschland die Frage nach Sinn und Erfolgsaussichten der ohnehin umstrittenen Auslandseinsätze auf. Denn aktuell ist die Bundeswehr in elf Einsätzen auf drei Kontinenten mit etwa 2.500 Soldatinnen und Soldaten unterwegs. Die größte und gleichzeitig gefährlichste Mission ist die im westafrikanischen Krisenstaat Mali.

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Zum Artikel Echt jetzt: Nach Afghanistan? - Bundeswehr raus aus dem Ausland!?

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Die Kontrahenten

Siemtje Möller, verteidigungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sagt: Auslandseinsätze brauchen wir. Es gebe Situationen, in denen müsse Deutschland Verantwortung übernehmen. Und sie argumentiert auch angesichts der aktuellen Lage in Afghanistan: „Ich finde immer, dass wir sehr klar vor Augen haben müssen, dass die militärische Präsenz der Bundeswehr einen Unterschied gemacht hat, dass sie ihren Auftrag erfüllt haben.“

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Jens Borchers vom hr hält dagegen: Was hilft es, Verantwortung zu übernehmen, wenn in 20 Jahren Afghanistan-Einsatz nie überprüft wurde, ob die Ziele annähernd erreicht wurden? Bei den Bundeswehr-Missionen in Mali laufe es wieder genauso. Da bildet die Bundeswehr gemeinsam mit europäischen Partnern das malische Militär aus und dann putschen Offiziere gegen die Regierung im Land. Das könne doch nicht ohne Folgen für den Einsatz Deutschlands bleiben, meint er.

Eure Meinung per Sprachnachricht oder über das Kommentarfeld!

In unserer Streitsendung "Echt jetzt?" treffen die beiden aufeinander und tauschen 18 Minuten lang ihre Argumente aus. Wir möchten wissen: Wer hat Euch überzeugt? Wer hat die besseren Argumente? Wir freuen uns über Eure Meinung per WhatsApp-Nachricht unter der 0800/800 77 77 oder im Kommentarfeld am Ende des Artikels!

Wir melden uns dann wieder mit einem "Echt jetzt? Eure Meinung" und erzählen, welche Positionen und Kommentare Ihr uns geschickt habt.

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Echt jetzt? Überzeug mich in 18 Minuten!

Viel Emotion, viel Aufregung - aber Meinungen austauschen, über Argumente und auch deren Tauglichkeit reden? Eher selten. Das kommt Euch bekannt vor? Uns auch. Mit unserem neuen Format wollen wir das ändern. Wir wollen reden und sogar streiten – aber nicht übereinander, sondern miteinander: Zwei Personen mit zwei Meinungen gemeinsam in einem Gespräch.

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Ihre Kommentare Brauchen wir Auslandseinsätze der Bundeswehr?

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16 Kommentare

  • Sehr geehrte Frau Müller,
    ich kenne ihren Interviewpartner nicht. Aber ich möchte ihnen schreiben, dass Sie eine ganz kluge Frau sind, die sich überzeugend gegen die provokanten Äußerungen ihres Interviewpartners interlektuell zur Wehr gesetzt hat. Sie haben von Räumen gesprochen. in denen sich Menschen, im Schutz militärischer Kräfte bewegen und entwickeln können.
    Das ist genau der Satz, an der ihr Interviewpartner nie gedacht hat.
    Besonders beeindruckend fand ich, dass Sie sich von ihren Interviewpartner zu keiner Zeit provoziert fühlten. Toll!
    Noch ein ganz anderes Thema:
    Würde vorschlagen, dass die Staatsanwaltschaften ihre Anwälte zusammen mit der Polizei in die Einsätze schicken würde. Erfahrungen sind von umschätzbaren Wert.

  • Ich Frage mich inwieweit diese Mandate, abgesehen von den der UN wirklich Völkerrechtskonform sind. Zudem ist ein Freund von mir als Soldat 3 mal in Afghanistan gewesen. Nach dem 2. Einsatz hat er schon gesagt das ist alles sinnlos. Wenn wir gehen dreht sich die Uhr wieder zurück.
    Daher finde ich, sollte es zunächst außer Blauhelmmissionen keine Auslandseinsätze geben.

  • Eine sehr gute Sendung, danke dafür.
    Herrn Borchers Fragen wurden nur von Frau Möller leider meist nicht oder nur sehr ausweichend beantwortet. Sehr schade. Frau Möller hat mich in keiner Weise überzeugt. Die kritischen Fragen von Herrn Borchers waren völlig zutreffend. Ehrliche Antworten hätten anders ausgesehen.

    Im Moment darf man Abgeordnete der Regierungskoalition offensichtlich nicht zu offenkundigen Fehlern, egal wo sie geschehen, fragen. Vor der Bundestagswahl werden Fehler nicht eingeräumt, sondern lieber schön geredet. Das ist leider ein Grund für zunehmende Politikverdrossenheit.

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