Ihre Kommentare Sollte die WM in Katar boykottiert werden?

13 Kommentare

  • Boykott JA!
    Solche Massenveranstaltungen stabilisieren diktatorische Regimes. Was mich wundert, es wird auch kaum auf die stabilisierende Wirkung von 1936 für das NS-Regime verwiesen. Die Einstellung der Sportfunktionäre hat sich seitdem offenbar nicht geändert. Um Völkerverständigung geht es denen ganz sicher schon lange nicht mehr.

  • Unbedingt boykottieren! Boykott bedeutet finanzielle Einbußen und nur das ist es, was die Funktionäre der FIFA interessiert. Damit es in der Zukunft kein zweites Katar, und damit den Support eines totalitären Staates, geben wird.

  • Antwort von hr-iNFO an Klaus Lammer:

    Sehr geehrter Herr Lammer,

    mein Name ist Oliver Günther, ich bin einer der Redakteure von "Echt jetzt? Überzeug mich in 18 Minuten". Die "demokratische Diskussion" zu fördern und kontroverse Debatten aufzugreifen, ist absolut eines unser Anliegen. Unter anderm aus diesem Grund haben wir "Echt jetzt?" ins Leben gerufen. Und die von Ihnen genannten Themen kommen grundsätzlich auch für unsere Sendung in Frage. Wie Sie vielleicht wahrgenommen haben, hatten wir ja auch schon einen Gast aus dem Umfeld der "Querdenken"-Szene bei uns in "Echt jetzt?". Dass die Diskussion um die WM in Katar ein "Randthema" ist, sehe ich allerdings nicht so. Bei der anstehenden Fußball-WM 2022 handelt es sich um eine der größten Sportveranstaltungen weltweit und die sportpolitische Diskussion um die WM in Katar läuft nicht nur seit vielen Jahren, sondern hat zuletzt - mit Beginn der Qualifikationsrunde - nochmal an Intensität gewonnen.

    Beste Grüße

  • @ Philipp Altmann: "Fußball muss erlaubt sein. Klar kann ein Regime Fußball missbrauchen."

    Genau da müssen wir unser moralisches Handeln auf den Prüfstein stellen.
    Wer von uns "Brot und Spiele" unproblematísch findet, der darf gern darüber nachdenken, wie er die Olympischen Spiele 1936 fand oder sogar: wie er die heute finden würde.
    Und dann wären es eben "unschuldige Spiele", genau so wie in Qatar.

  • Jährlich wandern aus Deutschland 100.000 Hochqualifizierte aus. Wenn in Katar - bei der Schaffung von Wohlstand! - 6.500 Arbeiter leider sterben, dann entspricht das 0,07 dessen. Wo liegen eigentlich die Prioritäten beim hr?

  • Katar verzeichnet also 6.700 tödliche Arbeitsunfälle.
    Nun, in Deutschland sind es 500.
    Hätte man da nicht jedes 7. Spiel bei der WM in Deutschland boykottieren müssen?

  • Katar hat ein doppelt so hohes Durchschnittseinkommen wie Deutschland (100.000 : 50.000). Und auch hier können wir uns ja gute Sicherheitsstandards leisten. Das lässt noch Spielraum in Katar vermuten und wäre ein gutes Argument für Boykott.

    Andererseits muss Katar dem nicht nachkommen und dann wären die armen Menschen, die aus ihrem Heimatland fliehen müssen entweder arbeitslos oder würden kurzfristig ähnlich schlimme Zustände in anderen Ländern aufsuchen. Leider fehlt eine Analyse, wie sicher ein Einlenken der katarischen Führungsschicht ist. Ohne diese bin ich dafür, den armen Gastarbeitern selbst die Wahl zu lassen, ob sie das Risko aufnehmen wollen oder nicht. Es ist arrogant, als reicher Deutscher armen Philippinos, Indern oder Pakistanern zu sagen, was gut für sie ist und was nicht.

    Unklar ist auch, die Betreiber der "unsicheren" Betriebe wirklich reich sind. Viellleicht sind das Mittelständler ohne Spielraum.

  • Ja, klar. Bei uns mal eben 2 Millionen Muslime und Afrikaner reinholen, die Frauen genau so behandeln. Aber dort fehlende Frauenrechte anklagen. Im Namen der deutschen Frauen bin ich für ein Boykott des hr-iNFO.

  • War nicht 2018 WM in Russland? Hatte da denn der HR boykottiert? Schlimmer als die KGB-Mafia können die Kataris ja kaum sein. Putin hat 100.000 in Tschetschenien ermordet und andere Länder annektiert. So viel eiskalte Limonade können die Kataris ihren Gastarbeitern kaum vorenthalten, um gleichzuziehen... Wer hält eigentlich den hr-iNFO vom Boykott ab? Nirgends steht im Grundgesetz oder in jedem guten Philosophiebuch, man habe ein Recht auf Fußball. Im Gegenteil, es kommen hier mehr Fußballnachrichten als Interviews mit guten Journalisten. Jetzt darf man zu allem Livefußball also NOCH MEHR Sendezeit dafür verbraten, moralisch über Fußball zu labern?!

  • Eine Debatte und Kommentare! Etwas ganz Seltenes... Ansonsten gibt sich das absolute Königreich Hessischer Rundfunk ja eher zugeknöpft.

    Man muss Katar im Lichte der Supermächte betrachten. "Wir", also das Militär in London und Washington, haben keine schlechten Beziehungen zu Katar, also dürfen sie die WM haben. Aber Katar hat keine schlechten Beziehungen zu Iran, also dem Militär in Moskau und Peking, und deswegen darf man sie offiziell kritisieren und so tun, als hätten wir Prinzipien und eine lebhafte demokratische Debatte.

    Würde die WM zu Gast bei Freunden sein wie etwa Saudi Arabien, dann würden wir dem König Salman ibn Abd al-Aziz einen Strauß Schwule schenken, die er beim Public Viewing zur Halbzeit köpfen könnte.

    Gespanter bin ich ehrlich gesagt, ob noch irgemdwem auffällt, dass die nächste Europameisterschaft in Aserbaidschan, also nicht in Europa stattfindet. Aber wegen EU und Pipeline und so werden wir über die Menschenrechte dort nicht "debattieren".

  • Es ist mir ziemlich egal, ob die WM in Katar stattfindet. Wir kaufen ja auch deren Erdgas und lassen sie unsere Firmen aufkaufen. Da wird man ja wohl noch einen Ball durch die Gegend treten dürfen.

    Ich frage mich eher, warum der hr-iNFO bei fast allen Themen demokratische Diskussion vermissen lässt, aber sich einem solchen Randthema widmet. Seit Jahren kam kein AfDler mehr ausführlich zu Wort, obwohl sie 13 des hessischen Parlaments ausmachen. Einen klimakritischen Wissenschaftler gab es noch nie zu hören. Liberale Ökonomen sind Fehlanzeige. Staatsrechtler, die Gesetzesbrüche bei Eurorettung und Masseneinwanderung kritisieren, scheinen nicht zu existieren.

  • Was genau macht Katar eigentlich anders als Deutschland?

    - finanziert Terroristen. Macht Deutschland auch, beispielsweise durch Zahlungen an die Antifa oder Nichtausweisung von islamischen Gefährdern.

    - Gottesstaat. Nun, die antikapitalistische Klimasekte predigt bei uns für Vergebung der Erbsünde.

    - absolute Monarchie. Nun, Königin Angela regiert sein fast zwei Jahrzehnten, lässt Wahlen von liberalen Ministerpräsidenten rückgängig machen, bricht Gesetze, nimmt mehr Steuern als Könige im Mittelalter und wird von den hr-Hofschranzen verehrt.

    - beutet systematisch Gastarbeiter aus. Immerhin das kann Deutschland nicht passieren. Hier arbeitet ja kaum noch jemand. Jährlich wandern 100.000 Hochqualifizierte aus. Wir zerstören unsere Industrie durch höchste Steuern der Welt und unwissenschaftliche Energiewende. Über die Hälfte der Bürger lebt vom Staat. Und wir lassen jeden rein, selbst wenn er nicht unsere Sprache spricht und keine Ausbildung hat.

  • Ein Spiel ist die unterste Ebene des gesellschaftlichen Miteinander. Kinder spielen. Spielen kommt noch vor sprechen, argumentieren und diplomatisch sein. Wer spielen verbietet, verbietet alles. Wie soll man sich respektieren oder Politik miteinander machen, wenn man nicht mal miteinander spielen kann?

    Beim Fußballspiel lernt man Selbstdisziplin, sich auf Regeln einigen, fair verlieren und eine freiheitliche Hierarchie zu akzeptieren. Von all dem wollen wir, dass Menschen aus Diktaturen sie kennen und irgendwann umsetzen. (Und wir selbst müssen gar nicht so tun, als seien wir so viel besser. Unsere eigenen Politiker brechen Gesetze. Wir führen Angriffskriege und verurteilen nicht die Verantwortlichen.)

    Fußball muss erlaubt sein. Klar kann ein Regime Fußball missbrauchen. Aber schlechte Politiker missbrauchen alles, selbst Sprache und freien Handel. Aber soll man deswegen nicht mal miteinander spielen können? Übrigens wird auch bei uns Fußball ideologisch instrumentalisiert.

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