Opel Astra
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Mit Opel steht der nächste deutsche Autobauer im konkreten Verdacht, die Abgase von Dieselfahrzeugen mit umstrittenen Software-Funktionen manipuliert zu haben. Opel dementiert. Der Diesel-Skandal bleibt also ein Thema seit drei Jahren.

18. September 2015

In den Tagesthemen heißt es: "Die Umweltbehörde EPA wirft dem deutschen Autobauer vor, mit einer speziellen Software die Messung des Schadstoffausstoßes bei Diesel-Fahrzeugen manipuliert zu haben". Dem vorausgegangen war Folgendes: Der Dieselmotor für die USA wird 2007 vorgestellt. Er erfüllt die strengen amerikanischen Stickoxid-Grenzwerte nicht. Daraufhin wird getrickst. Noch wissen wir nicht, wer tatsächlich den Auftrag gab oder davon wusste. Nur der Schwindel fällt auf.

22. September 2015

VW gibt zu, dass das Problem kein amerikanisches ist. Weltweit sind elf Millionen Autos betroffen. Daraufhin ermittelt die US-Justiz gegen VW. Am gleichen Tag tritt VW-Chef Martin Winterkorn zurück. Kurz vorher sagt er: "Es tut mir unendlich leid, dass wir dieses Vertrauen enttäuscht haben". Nachfolger Matthias Müller kommt von Porsche. Er will alles besser machen, muss aber im April 2018 auch gehen. Seitdem verspricht Herbert Diess: "Wir bei Volkswagen tun, was wir sagen, und wir sagen, was wir tun".

23. November 2015

Audi gibt zu, in den USA gleich drei Programme benutzt zu haben, die schummeln.

7. März 2016

Der VW-Konzern nimmt auf Anfrage Stellung zum Skandal für das Landgericht Braunschweig. Das Ergebnis: Der Vorstand wusste schon Wochen vor Bekanntwerden der Abgasmanipulationen von dem Betrug.

22. April 2016

Das Verkehrsministerium lässt die Abgase auch anderer Modelle nachmessen. Daraufhin bessern Porsche, Audi, VW, Daimler und Opel insgesamt rund 630.000 Autos nach - freiwillig, betonen sie.

3. Juli 2016

VW-Chef Matthias Müller will deutsche Kunden nicht entschädigen - anders als die US-Kunden. Da hatte VW 14,7 Milliarden Dollar Strafe akzeptiert. Der Grund für die Verweigerung in Deutschland: In den USA sei die Sachlage anders, so Müller.

3. Januar 2017

Entschädigung für VW-Kunden gab es bisher nur in den USA. Verbraucherschützer wollen das ändern: Sie reichten eine erste Musterklage ein.

8. März 2017

Angela Merkel bestreitet vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages ein Staatsversagen: Wieso VW jahrelang tricksen konnte, kann die Kanzlerin aber auch nicht erklären.

20. März 2018

Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt auch gegen BMW wegen Betrugsverdacht bei der Abgasreinigung.

18. April 2018

Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchen zehn Gebäude von Porsche und sichern Unterlagen.

6. Juni 2018

Jetzt steht auch Daimler offiziell unter Verdacht. Europaweit müssen knapp 800.000 Fahrzeuge zurückgerufen werden.

13. Juni 2018

Die Staatswanwaltschaft Braunschweig verhängt gegen den VW-Konzern ein Bußgeld von einer Milliarde Euro. VW akzeptiert. Noch anhägig sind zivilrechtliche Verfahren.

15. Oktober 2018

Opel ist im Spiel. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt untersucht die Standorte Rüsselsheim und Kaiserslautern. Die Stellungnahme von Opel: "Das Unternehmen bekräftigt, dass seine Fahrzeuge den geltenden Vorschriften entsprechen".

Offizielle Untersuchungen bei anderen Automarken gibt es nicht - Verdachtsmomente schon. Auch Suzuki, Subaru, Renault Nissan und Fiat Chrysler Autos haben einen extrem hohen NOX-Ausstoß im Verhältnis zu den für die Zulassung ausreichenden Labor-Grenzwerten.

Sendung: hr-iNFO, 16.10.18, 12:10 Uhr

Jetzt im Programm