Water Harvester

Wasser ist unser Lebenselixier, doch es schwindet. Gerade in Kalifornien wird das bei der aktuellen Dürre sehr anschaulich. Doch Wissenschaftler aus der Berkeley-Universität wollen Abhilfe schaffen: Sie haben eine effektive Methode entwickelt, aus der Luft Wasser zu ziehen - ohne viel Energieaufwand.

Der Ort, an dem an unserer Zukunft geschraubt wird, leidet unter einer massiven Dürre. Das Silicon Valley und die umliegenden Wissenschafts-Hochburgen in Stanford und Berkeley leiden genau wie der Rest des Bundesstaates Kalifornien unter einer massiven Dürre, wie Klimawissenschaftler Peter Gleick vom Pacific Institute erklärt. Man könne nicht mehr die Dinge tun, die man tun wolle. Konkret heißt das: Manche Landwirte bekommen das Wasser abgestellt, Bürger sollen 15 Prozent ihres Haushaltswassers einsparen.

160 Länder müssen Wasser importieren

Peter Gleick forscht seit Jahrzehnten zu den Wasserproblemen der Welt, insbesondere im Westen der USA. Nur wenige Kilometer weiter entfernt von seinem Haus in Berkeley sitzt ein Mann, der dieses Problem lösen will. Omar Yaghi ist Chemieprofessor an der Universität Berkeley.  Er will Wasser aus einer Quelle holen, die uns alle umgibt: Luft. "Es gibt viel Wasser in der Luft, das können wir als Ressource nutzen, um Regionen auf der Welt zu versorgen, die nicht genug Regenwasser bekommen." 160 Länder weltweit müssten ihr Wasser importieren, für viele Länder sei das ein Sicherheitsproblem.

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Yaghi hat mit seinen Studenten ein kristallähnliches Material entwickelt, das vereinfacht gesagt in einem Glaskasten sitzt und Wasser aus der Luftfeuchtigkeit ziehen kann. Mit sehr wenig Energieaufwand kann das Wasser extrahiert werden. Das Besondere: Yaghis Erfindung, genannt MOF, funktioniert sogar in der Wüste: "Diese Geräte können Wasser aus zehn Prozent Luftfeuchtigkeit ziehen, sogar fünf Prozent. Das Wasser, das wir gewinnen, ist super-sauber - wenn man es mineralisiert, wird es sogar zu Trinkwasser.”

Gerät für jede Küche

In 30 Jahren, so haben die Vereinten Nationen ausgerechnet, hat die Welt ein massives Trinkwasserproblem. Viele Entwicklungsländer haben dies schon jetzt. Und selbst im hoch-industrialisierten Kalifornien gibt es mittlerweile Gegenden, in denen es kein Trinkwasser mehr gibt. Omar Yaghis Traum wäre es, dass viele Haushalte sich mit seiner Wasserbox selbst versorgen könnten. Zum Beispiel mit einem etwa Mikrowellen-großen Gerät, das in jeder Küche stehen könnte. Pro Tag ließen sich damit bis zu acht Liter Wasser “ernten” - größere Geräte schaffen bis zu 20.000 Liter, damit könne man ein kleines Dorf versorgen. 

Omar Yaghi

Yahgi ist nicht der Einzige, der auf die Wasser-aus-der-Luft Technik setzt. In einigen Ländern fangen zum Beispiel Nebelfängernetze Waser aus der Luft ein. Auch in Israel gibt es mit der Firma EWA (Extraction of Water from Air) ähnliche Konzepte, Wasser mittels einer Substanz aus der Luft zu filtern.

"Gesellschaft kann jedes technische Problem lösen"

Um zukunftsfähig zu sein, müssen diese Geräte vor allem effizient und energiesparend sein. Chemieprofessor Yaghi ist selbstbewusst, dass seine Erfindung einen wertvollen Beitrag leisten und den Wassermangel lindern kann. Noch sind die Geräte nicht auf dem Markt. Gemeinsam mit dem Unternehmen General Electric arbeite man an einem entsprechenden Projekt.

Auch wenn Yaghi bewusst ist, wie sehr die Erderwärmung Dürren, Hitzewellen und Extremwetter verschlimmert, sei er optimistisch, was die Zukunft angeht: "Ich glaube wirklich, dass die Gesellschaft jedes technische Problem lösen kann. Die Menschen sind fähig zu unendlichen Innovationen. Ich bin sehr hoffnungsvoll, dass wir jedes Problem lösen können.”

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