Zwei Rentner-Miniaturfiguren stehen auf einigen Euro-Scheinen
Sujet-Bild: Heute mehr in die Rentenversicherung zahlen, kann sich unter Umständen später lohnen. Bild © picture-alliance/dpa

Die Zinsen sind so niedrig wie lange nicht. Deshalb raten Experten über 50-Jährigen, mehr Geld in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Das attraktive Ziel der Investition: früher in Rente gehen, aber keine finanziellen Abstriche machen.

Wer heute älter als 50 ist, das Rentenalter noch nicht erreicht und Geld auf der hohen Kante hat, sollte sich über eine Sache mal Gedanken machen: freiwillig mehr Geld in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Zwar war diese jahrelang als zu unsicher verschrien, aber jetzt – in Zeiten niedriger Zinsen – gelten die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung unter Experten als Geheimtipp und gute Kapitalanlage.

Die Gelegenheit sei so günstig wie noch nie. "Die Beiträge sind gesunken, so niedrig wie vor 20 Jahren. Also kann man relativ billig einsteigen. Zum Zweiten sind die Renten in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Und das Rentenniveau wird zumindest bis zum Jahr 2025 noch stabil bleiben", sagt der Finanzmathematiker Werner Siepe.

Versicherung erteilt Auskunft

Die gute Situation der Rentenversicherung lasse sich deshalb jetzt ausnutzen. Und das geht so: Wer 35 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann schon mit 63 in Rente gehen, muss dafür aber Abschläge in Kauf nehmen. Pro Monat früherem Rentenbeginn muss man auf 0,3 Prozent seiner Rente verzichten. Diese Abschläge kann man der Versicherung aber vorher abkaufen. Das geht ab dem 50. Geburtstag.

"Man würde einen Antrag bei der deutschen Rentenversicherung stellen, dass man zusätzliche Beiträge zahlen will. Dann teilt einem die Versicherung mit, wie hoch der Betrag ist, den man zahlen muss, wenn man diese Rentenminderung ausgleichen will", erklärt Dirk von der Heide von der deutschen Rentenversicherung.

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Nicht zu lange warten

Ein Beispiel: Wer 1.000 Euro Rente bekommen würde, aber ein Jahr vor Erreichen der regulären Altersgrenze in Rente geht, der bekommt monatlich 36 Euro weniger Rente. Um diesen Abschlag auszugleichen, müsste man vorher einen Betrag von 8.200 Euro zahlen. Ein ganz schöner Batzen Geld. Der Betrag lässt sich daher auch auf mehrere kleine Zahlungen verteilen.

Man solle mit den Ausgleichszahlungen aber nicht zu lange warten. "Es ist zu befürchten, dass immer mehr Babyboomer aus den 1960er Jahren in Rente gehen. Und dass dann die Beitragssätze auf etwa 20 Prozent steigen werden. Möglicherweise auch deutlich mehr. Dann wird’s teurer", warnt Siepe. Man solle die kommenden Jahre, bis 2020 oder 2022, für Einzahlungen nutzen, rät der Experte.

Frühe Rente kein Zwang

Übrigens: Wer der Rentenversicherung die Abschläge für den früheren Rentenbeginn abkauft, ist nicht dazu verpflichtet, früher in Rente zu gehen. Man kann auch einfach bis 67 weiter arbeiten. Die zusätzlich geleisteten Beiträge erhöhen dann einfach die monatliche Rente. Wer anschließend lange genug lebt, bekommt mehr Geld raus, als er eingezahlt hat.

Sendung: hr-iNFO, 20.09.2018, 10.20 Uhr

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