Telefon
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Wie innovativ ist Hessen und wie gelingen Innovationen? Eine Sammlung von Erfindungen aus Hessen, die die Welt verändert haben.

Das Telefon

Töne durch einen Draht schicken – das hat als erster ein Hesse versucht: der Physiklehrer Philip Reis aus Gelnhausen. Nur konnte er in den 1860ern kaum jemanden für seine Idee gewinnen, erzählt die Autorin Andrea Gunkler. Sie hat bekannte hessische Erfindungen in einem Buch zusammengefasst.

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Innovationskongress in Frankfurt

Deutschland gehört bei Innovationen zur Weltspitze. Das hat eine Analyse des Weltwirtschaftsforums ergeben, die vor knapp einem Monat veröffentlicht wurde. Am Donnerstag findet in Frankfurt der 2. Hessische Innovationskongress statt – dieses Mal unter dem Motto ALLES BLEIBT NEU. Dort diskutierten Interessierte Fragen rund um Innovation.

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Sie beschreibt eine Vorführung des Physiklehrers, die zur Legende wurde: "Philipp Reis saß irgendwo draußen und sprach in dieses Telefon, und in dem Saal, wo die Zuhörer saßen, kam das Gesprochene an. Und die Zuhörer waren der Meinung, es sei alles abgesprochen.  Also hat ein Zuhörer sich nach draußen begeben, hat dem Reis die Apparatur aus der Hand genommen und siehe da – es kam oben an: Das Pferd mag Gurkensalat".

Als Erfinder des Telefons gilt Phillip Reis trotzdem nicht. Sein Fehler: Er hat nie ein Patent angemeldet. Das übernahm 1876 der Amerikaner Alexander Graham Bell – der Reis‘ Ideen weiterentwickelt hat.

Das Raketenauto

Ein mit Pulverraketen angetriebenes Auto, zigarrenförmig und schwarz lackiert – darin saß der Rüsselsheimer Fritz von Opel und raste mit 238 Kilometern pro Stunde über eine Piste in Berlin. Diese Bilder gingen 1928 um die Welt. Ein Jahr später hob er mit einem Flugzeug, das er speziell für Raketenantrieb konstruiert hatte, vom Frankfurter Flughafen ab.

Eine Sensation, findet Andrea Gunkler: "Die Erfindung hat den Weg bereitet für die Flugzeugindustrie, und vor allem hat sie den Weg bereitet für die Raketentechnologie, die letzten Endes die Amerikaner auf den Mond gebracht hat".

Der Computer

Konrad Zuse gilt als Erfinder des Computers. Erste Versuche machte der Ingenieur bereits in Berlin. 1941 hatte er dort mit der Z3 den ersten funktionsfähigen Digitalrechner der Welt entwickelt. Nach dem Krieg zog er ins nordhessische Neukirchen und gründete dort die Zuse KG, die später nach Bad Hersfeld verlegt wurde.

In einem Fernsehbeitrag des Hessischen Rundfunks von 1958 erklärt Konrad Zuse die Funktionsweise des Z22, des ersten Röhrenrechners: "Zur Durchführung der Berechnungen wird das Programm durch einen Startknopf gestartet. Dann brauchen nur noch die gemessenen Werte eingegeben zu werden, an der Tastatur, und die Maschine liefert dann nach Eingabe des letzten Messwertes die Ergebnisse mithilfe der Schreibmaschine aus".  Zuse war übrigens nicht nur Techniker, sondern auch Künstler. Bilder von ihm stellte unter anderem die Kasseler Dokumenta 2012 aus.

Das Elfmeter-Schießen

"Jetzt kommt Uli Hoeneß. Muss ich mehr sagen. Es ist der einsamste Augenblick" - das EM-Finale Tschechien gegen Deutschland im Jahr 1976. Es war das erste Turnier, bei dem ein Elfmeter-Schießen das Spiel entschieden hat. Die Idee dazu hatte der Frankfurter Schiedsrichter Karl Wald.

"Dem Karl Wald war das einfach ein Unding, dass solche Spiele nicht auf dem Platz, sondern durch Glück entschieden werden", sagt Andrea Gunkler erklärt, "und so hat er dieses abwechselnde 'Jeder schießt fünf Mal auf ein Tor' ausgetüftelt und seinen Schiedsrichterkameraden vorgestellt".

Der Wasserrucksack Paul

2001 haben Wissenschaftler der Universität Kassel einen Wasserrucksack entwickelt, der Menschen in Not mit sauberem Wasser versorgen kann. Sein Name: Paul. Das Besondere ist, dass der Rucksack sogar Wasser vor Ort aufbereiten kann, erklärt Franz-Bernd Frechen, einer der Entwickler, in einem Video der Universität Kassel: "Wir kamen auf die Idee, Oberflächenwasser, was womöglich mit Keimen belastet ist, durch Membrane zu filtern. Das war eigentlich der Anfang der Paulide". Paul ist inzwischen in über 60 Ländern eingesetzt worden – unter anderem auch vom Auswärtigen Amt.

Sendung: hr-iNFO, 15.11.2018, 16:10 Uhr

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