Plastikmüll
Eure Plastiktonne soll nicht so überquillen? Mit ein paar Tipps könnt Ihr Euren Müll reduzieren! Bild © picture-alliance/dpa

Umweltministerin Schulze (SPD) will eine Trendwende beim Verpackungsmüll erreichen: mit ihrem 5-Punkte-Plan. Was steht drin - und wie kommt der Plan an?

Die Diagnose ist dramatisch: Svenja Schulze berichtet von einer sehr, sehr traurigen Agenturmeldung, wie sie sagt, die ihr nicht mehr aus dem Kopf gehe. Über einen toten Wal, der in Indonesien gefunden wurde. "Im Magen dieses Pottwals fand man 115 Plastikbecher, vier Plastikflaschen, 25 Plastiktüten, zwei Flip Flop-Sandalen, mehr als 1000 weitere Plastikteile", sagt Schulze. Für die Umweltministerin ist klar: Im Umgang mit Plastik muss umgesteuert werden.

Der Fünf-Punkte-Plan, den sie am Montag präsentiert hat, setzt auf Appelle und Aufklärung für die Verbraucher. Sehr viel Plastik ließe sich leicht vermeiden, sagt die Ministerin, zum Beispiel: Plastik-Flaschen für Trinkwasser. "Es gibt in Deutschland eine hervorragende Alternative: Trinkwasser aus dem Wasserhahn", so Schulze. "Das ist nahezu überall verfügbar und die Qualität wird flächendeckend von den Wasserwerken überwacht. Wasserflaschen für zu Hause zu kaufen, ist in vielen Fällen gar nicht nötig."

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Der Fünf-Punkte-Plan im Überblick

  1. Überflüssige Produkte und Verpackungen vermeiden
  2. Verpackungen und andere Produkte umweltfreundlicher gestalten
  3. Recycling stärken
  4. Vermeidung von Kunststoffen in Bioabfällen
  5. Internationales Engagement gegen Meeresmüll und für einen nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen

Den kompletten Fünf-Punkte-Plan des Bundesumweltministeriums finden Sie hier (www.bmu.de).

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Was bringen Selbstverpflichtungen?

Und für unterwegs will Svenja Schulze gemeinsam mit Partnern ein Netzwerk fördern mit gut erreichbaren Nachfüll-Stationen für Trinkwasser in allen Städten. Ansonsten ist Vieles in dem Fünf-Punkte-Plan nicht neu. Die Umweltministerin von der SPD verwies auf Maßnahmen, die bereits von der EU beschlossen wurden oder in Arbeit sind, sowie auf das neue deutsche Verpackungs-Gesetz, das am 1. Januar wirksam wird. Allerdings will die Ministerin erreichen, dass Handel und Industrie noch mehr auf überflüssige Plastik-Verpackung verzichten. Zum Beispiel, indem weniger Obst und Gemüse mit Plastik umhüllt wird. Angaben wie Preis oder Herkunft könnten ja auch auf die Schale geklebt oder aufgelasert werden, so Schulze.

Alles schön und gut, sagt Annalena Baerbock, die Parteichefin der Grünen. Für sie geht der Fünf-Punkte-Plan der Umweltministerin nicht weit genug. Denn für Baerbock ist klar, "dass Selbstverpflichtungen gerade beim Thema Plastik uns kein Stück weiter bringen". Es brauche klare Vorgaben vom Staat, "ansonsten werden wir die Plastikflut in den Meeren nicht in den Griff bekommen".

Aus der Unionsfraktion heißt es dagegen, man dürfe nicht in Aktionismus verfallen. Stattdessen sei es richtig, den Handel in die Strategien einzubinden. Und auch Svenja Schulze sagt, mit Selbstverpflichtungen von Industrie und Handel könne man sehr wohl manches erreichen. "Wir machen das erstmal im Dialog, das haben wir bei den Plastiktüten auch so gemacht", so Schulze. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Handel neue Wege zu gehen. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht. "Wir haben die Plastiktüten um zwei Drittel reduziert", ergänzt Schulze. "Das müssen Sie mit anderen Maßnahmen erstmal so schnell hinbekommen, und deswegen ist das der erste Schritt, den wir jetzt gehen wollen."

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Sendung: hr-iNFO, 26.11.18, 15:00

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