Touristen auf der Insel Santorin
Touristen auf der Insel Santorin Bild © picture-alliance/dpa

Der Tourismus in Griechenland hat sich nach den Jahren der Krise wieder erholt. Um noch mehr Besucher ins Land zu locken, setzt das Land jetzt verstärkt auf neue Wege, die in dieser Woche auf der ITB vorgestellt werden: Wellness etwa oder alternativen Tourismus. Dabei geht es auch um die Frage, wie der Boom nachhaltiges Wachstum bringen kann.

Party-Stimmung auf der Dachterrasse des Akropolismuseums in Athen. Ein großes, deutsches Reiseunternehmen feiert ein extrem erfolgreiches Griechenlandjahr. Mit Liveband, edlen Häppchen und Sekt. Die griechische Tourismusministerin, Elena Kountourá, ist gekommen und gratuliert dem Reisekonzern persönlich. Griechenland werde ein wichtiges Gastgeberland bleiben, sagt sie.

3,7 Millionen deutsche Urlauber kamen 2017 nach Griechenland – mehr als aus jedem anderen Land der Welt. Insgesamt waren es gut 27 Millionen Gäste und nochmal etwa vier Millionen Besucher, die mit Kreuzfahrtschiffen als Kurzzeit-Gäste nach Griechenland fuhren. Sie alle haben für fast 15 Milliarden Euro Einnahmen in Griechenland gesorgt – eine extrem wichtige Zahl für das immer noch krisengeplagte Land.

Griechenland (Attika)
Attika Bild © hr

Griechenland zweitbeliebtestes Urlaubsziel der Deutschen

Warum hat Griechenland alle anderen Länder auf der Beliebtheitsskala überholt und rangiert auf Platz zwei hinter Spanien? Dauer-Griechenland-Urlauberin Monika Schmidt aus Bielefeld nennt ihre Gründe: "Das Preis-Leistungsverhältnis passt, Griechenland hat in all den Jahren minimal die Preise erhöht. Man kann nach wie vor gut essen, gut trinken. Die Sonnenliegen kosten nach wie vor das gleiche wie zu Drachmenzeiten – so ungefähr jedenfalls. Man hat die Sicherheit, dass das Wetter gut ist – ich fahr hier gerne weiter hin“.

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Touristenmagnet Meteora-Klöster

Man nennt sie auch Wolkenkratzer des Mittelalters: die Klöster im Norden Griechenlands, die hoch oben auf den vielleicht ungewöhnlichsten Gesteinsformationen Europas thronen. Das Unesco-Weltkulturerbe ist ein ganzjähriges Reiseziel – und längst nicht alles, was die Region zu bieten hat. [mehr]

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Nicht alle Griechenlandurlauber sind mit einfach nur griechischem Flair zufrieden. Das Urlaubsland will deshalb beim Thema Wellness und Cluburlaube noch weiter aufgeholen und attraktiver werden. Zum Beispiel mit mehr Schub für die dutzenden Thermalquellen, die über ganz Griechenland verteilt sind. Hier soll eine Privatisierungswelle auch neue Einnahmequellen sprudeln lassen, sagt Joachim Lieber, der für den europäische Gesundheitsverband ESPA in Griechenland unterwegs ist. Die deutsche Botschaft habe zusammen mit der griechischen Regierung auch schon die Initiative ergriffen. "Das ist ja auch - wenn wir mal vom Investment reden - letztlich die Überlegung: dass Deutschland hier helfen kann."

Ein Zeichen an die Finanzmärkte

Nebenbei sind Privatisierungen und der weitere erfolgreiche Ausbau im griechischen Tourismus auch ein wichtiges Zeichen an die Finanzmärkte, dass es in Griechenland weiter aufwärts geht und sich Investitionen und stärkeres Vertrauen in das Land auch auszahlen können. Dass dabei die linke griechische Regierung unter Minsiterpräsident Tsipras einen streng marktwirtschaftlichen Kurs fährt, amüsiert unter deutschen Reiseveranstaltern längst niemanden mehr.

Griechenland
Fischer auf der Insel Poros Bild © hr

Auf der ITB wird es in Gesprächsrunden auch um die soziale Frage gehen: Wie nämlich ein boomender Tourismus dem Land und seinen Bewohnern nachhaltiges Wachstum – also zum Beispiel auch besser bezahlte Jobs und Umweltschutz - bringen kann. Eine wichtige Botschaft dabei wird wieder von den sogenannten Flüchtlingsinseln kommen. Lesbos, Samos, Kos oder Chios haben Gäste verloren, weil nicht wenige Urlauber in den vergangenen Jahren Angst hatten, das Flüchtlingsthema könnte ihnen die Urlaubslaune verderben.

Inzwischen haben auch diese Inseln sich von der Delle ganz gut erholt  können. Dennoch gebe es für seine Insel noch viel zu tun, sagt der Tourismusbürgermeister von Chios, Dimitris Karalis: "Wir sind mit den Kollegen auf der Insel Samos in Verbindung, sie haben schon wieder sehr gute Übernachtungszahlen. Wir auf Chios erholen uns langsamer. Aber es geht aufwärts, allerdings wird es noch Jahre dauern. Wir haben trotz Flüchtlingslager im Inselinnern keinerlei Sicherheitsprobleme hier – und das werden wir der Welt auch erklären können."

Sendung: hr-iNFO, 6.3.18, 10:50 Uhr

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