Grippe Impfung

Während die Corona-Impfkampagne noch in vollem Gange ist, winken Hausärzte schon mit der Grippe-Spritze. Viele fragen sich da: Geht das beides zusammen gut? Die Antwort von STIKO und namhaften Medizinern ist eindeutig.

Leif Erik Sander, Sandra Ciesek und Carsten Watzl gehören zu den führenden Wissenschaftlern in Deutschland, wenn es um Infektionskrankheiten geht. In Bezug auf den Grippeschutz ist ihre Aussage eindeutig: impfen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man gegen Corona geimpft ist oder schon eine Corona-Erkrankung durchgemacht hat, sagt Virologin Sandra Ciesek von der Uniklinik Frankfurt. Ganz im Gegenteil: „Wenn sie einen schweren Verlauf einer Coronavirus-Infektion hatten und noch Spätfolgen zum Beispiel an der Lunge haben, dann macht es auf jeden Fall Sinn, sich gegen die Grippe impfen zu lassen, um die Lunge nicht weiter zu belasten.“

Wenige Gemeinsamkeiten

Corona ist eben keine leichte Grippe. Beide Krankheiten können theoretisch sogar parallel auftreten. Sie betreffen die Atemwege und können schwere Verläufe haben. Das war's aber schon in Sachen Gemeinsamkeiten.

Impfungen geben „einen spezifischen Schutz gegen den Erreger, gegen den man impft“, sagt Carsten Watzl, Immunologe der TU Dortmund. Wenn man sich also gegen Grippe impfen lasse, sei man gegen die Influenza geschützt, aber „nicht so sehr gegen Corona. Und wenn ich mich gegen Corona impfen lasse, dann schützt mich das vor der Corona-Infektion, aber nicht so sehr gegen die Grippe.“ Daher sei es durchaus sinnvoll, sich sowohl gegen Corona als auch gegen die Grippe impfen zu lassen.

Was laut aktueller Empfehlung der Ständigen Impfkommission im Prinzip inzwischen sogar zeitgleich möglich ist, wenn nötig. Voraussetzung: Für die Grippe-Impfung wird ein Totimpfstoff verwendet, also einer, in dem keine vermehrungsfähigen Krankheitserreger drin sind. Bei den verwendeten Stoffen für die Impfung per Spritze ist das aber sowieso der Fall.

"Keine Angst vor möglichen Komplikationen"

Nach einer Doppelimpfung kann es zwar häufiger Impfreaktionen geben. Angst vor möglichen Komplikationen müssen Patienten aber nicht haben, sagt Impfstoff-Forscher Leif Erik Sander von der Charité in Berlin: „Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe. Auch die Impfung ist sehr, sehr unterschiedlich. Also ist das überhaupt kein Problem. Ich halte es für unheimlich wichtig, dass man sich gegen die Grippe schützt. Und Grippe wird jedes Jahr wiederkommen. Das ist eben so, das eine hat mit dem anderen gar nicht unbedingt etwas tun.“

Sander ist auch überzeugt: Durchgemachte Corona-Erkrankungen haben keinerlei Auswirkungen auf mögliche Nebenwirkungen einer Grippeschutzimpfung. Sandra Ciesek sagt, es gibt klare Empfehlungen der Ständigen Impfkommission - vor allem diejenigen, die zu einer Risikogruppe gehören, Vorerkrankte oder Ältere, sollten sich auf jeden Fall beim Hausarzt gegen die Grippe impfen lassen. „Aber auch, wenn man viel Kontakt hat zu anderen Personen, zum Beispiel im Krankenhaus oder als Verkäufer arbeitet, macht das sehr viel Sinn, sich gegen Grippe impfen zu lassen“, so Ciesek.

Der größte Vorteil der Impfung: Genau wie bei Corona trägt auch die gegen Grippe oft dazu bei, dass Menschen nicht so schwer krank werden, falls sie das Virus doch erwischt.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen
Jetzt im Programm