Heuschrecken fliegen über ein Feld in Ostafrika

Pakistan hat ein Problem: Heuschrecken. Die Insekten fressen im ganzen Land die Ernten weg. Die Lage ist "völlig außer Kontrolle", heißt es aus dem Ministerium für Lebensmittelsicherheit.

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Ein schwarzer Junge läuft mit erhobenen Armen durch einen Heuschreckenschwarm.
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Heuschrecken haben sich in ganz Pakistan ausgebreitet. Die Versorgung der Menschen im Land mit Getreide könnte auf dem Spiel stehen, denn das fressen die Heuschrecken seit Monaten in rauen Mengen weg.

Eine so heftige Plage wie derzeit habe Pakistan noch nie gesehen, sagt der Minister für Lebensmittelsicherheit. Zum ersten Mal sei das gesamte Land betroffen. Die Heuschreckenschwärme sind zunächst durch den Südwesten des Landes gezogen, nun sind sie bis in den Nordosten vorgedrungen. Die Regierung in der Hauptstadt Islamabad hat inzwischen den Notstand ausgerufen.

Auch Erderwärmung spielt eine Rolle

Bauern sagen, die Tiere seien unglaublich schnell unterwegs, es seien unzählige auf einmal und sie würden die komplette Ernte wegfressen. Betroffen sind vor allem Weizen, Mais und Baumwolle.

Forscher aus Pakistan sagen, es würde sich um einen natürlichen Zyklus handeln. Die Heuschrecken würden in Dekaden immer mal wieder zu Monstern werden. Aber dieses Mal hätte auch die Erderwärmung eine Rolle gespielt. Es war zudem sehr feucht in den letzten Monaten, das sei vor allem günstig für die Brut.

Entlastung für die Bauern

Dennoch werfen Forscher der Regierung vor, sie habe viel zu spät gehandelt. Schon letztes Jahr im Juni waren unzählige Heuschrecken aus dem Iran nach Pakistan geflogen. Der Minister für Lebensmittelsicherheit sagt, die Lage sei völlig außer Kontrolle. Die Regierung will zusätzliche Lager mit Getreidevorräten errichten, damit die Menschen in Pakistan ausreichend versorgt werden können. Außerdem sollen die Bauern entlastet werden. Die Regierung will die Darlehen abschreiben, die die Landwirte bei den Banken aufgenommen haben. 

Zusätzlich sollen nun noch mehr Hubschrauber zum Einsatz kommen, um Pestizide zu versprühen. Mindestens 20 Prozent der Ernte im Land seien bislang schon zerstört, heißt es von den Behörden. Es könne bis zu einem Jahr dauern, bis die Situation im Land wieder unter Kontrolle sei.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 4.2.2020, 6 bis 9 Uhr

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