Patrick Lange, Ironman-Weltmeister 2018

Der Ironmanman Hawaii ist die sportliche Herausforderung schlechthin. Triathlet Patrick Lange hat ihn am Wochenende zum zweiten Mal gewonnen. Wir haben mit dem Hessen über seinen Streckenrekord, den Heiratsantrag an seine Freundin und seine sportliche Zukunft gesprochen.

hr-iNFO: 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen - und das in 7:52:39 Stunden. Wie geht's Ihnen? Tut Ihnen noch alles weh?

Lange: Ja, doch. Die Beine sind ziemlich müde, aber es ist ein wohlverdienter Schmerz, von daher schaue ich da gerne drüber weg,.

hr-iNFO: Sie haben den Titel verteidigt und einen Streckenrekord aufgestellt – wie erklären Sie sich diese Leistungssteigerung?

Lange: Das ist relativ einfach zu erklären: Auf Hawaii ist der größte Faktor immer das Wetter. Und die Windbedingungen vor allen Dingen beim Radfahren waren überragend.

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Fabelzeit und Märchenantrag

Der Bad Wildunger Patrick Lange hat die Ironman-WM auf Hawaii zum zweiten Mal in Folge gewonnen – und das in absoluter Fabelzeit. Sein ganz persönliches Märchen machte der 32-Jährige nach dem Sieg mit einem Heiratsantrag perfekt. [mehr auf hessenschau.de]

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Und noch dazu kommt natürlich, dass der Sport sich auch immer weiterentwickelt, das heißt wir entwickeln die Fahrräder weiter und die Anzüge und so weiter. Also die Aerodynamik spielt eine große Rolle im Radsektor und das in Kombination mit den windstillen Bedingungen hat einfach dazu geführt, dass ich mich beim Radfahren schneller über die Strecke bewegt hab, und deswegen diese neun Minuten zustande gekommen sind.

hr-iNFO: Zum ersten Mal ein Ergebnis unter acht Stunden beim Ironman – ein Rekord für die Ewigkeit, oder?

Lange: Nee, ich hab ja von vornherein auch gesagt, dass die Rekordzeiten natürlich eine große Bedeutung haben, aber ich im Endeffekt den Sieg haben will mit egal welcher Zeit. Und wir bewegen uns acht Stunden in der freien Natur, das ist immer schwer vergleichbar, aber die Bedingungen waren schon einmalig und von daher wird der Rekord wahrscheinlich schon ein paar Jahre bestehen können.  Das Wichtigste, was ich eigentlich für mich mitnehmen kann, dass ich eben der Erste bin, der unter acht Stunden geblieben ist in 40 Jahren Ironman-Geschichte.

hr-iNFO: Und Sie haben nach diesen acht Stunden auch noch die Idee und die Kraft gehabt, Ihrer Verlobten einen Heiratsantrag zu machen. Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen? Während des Rennens?

Lange: Na, der Gedanke ist schon in den Wochen und Monaten vorher gereift, hat mich im Training schon sehr motiviert und hat mich jetzt vor allen Dingen beim Laufen tatsächlich nochmal zusätzlich angetrieben. Und da wollte ich mir den Sieg erst recht nicht mehr nehmen lassen, weil die Entscheidung relativ schnell gefallen ist, dass ich das auch will.

hr-iNFO: Also Titel in Hawaii verteidigt, Ihre Verlobte hat Ja gesagt – eigentlich alles erreicht. Warum gehen Sie nicht in den sportlichen Ruhestand?

Lange: (lacht) Nee, natürlich – an Ruhestand ist nicht zu denken. Das Privatleben ist gesettelt, und sportlich glaube ich bin ich noch ziemlich am Anfang und hab da noch den einen oder anderen großen Coup vor.

hr-iNFO: Jetzt aber erst mal Urlaub und danach – wie wollen Sie sich in Zukunft sportlich motivieren?

Lange: Da freue ich mich wirklich sehr drauf, jetzt erst mal in Ruhe in den Urlaub fahren. Aber klar, die Motivation für die nächsten Jahre wird weiterhin beim Ironman Hawaii sein. Das ist einfach das Rennen, das zählt, und das spornt mich weiterhin an. Ich möchte einfach in die Reihe der ganz großen Athleten mit aufsteigen und da habe ich gestern glaube ich einen ganz guten Schritt in die richtige Richtung getan.

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Das Interview führte Dagmar Fulle.

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Sendung: hr-iNFO, 15.10.2018, 9:35 Uhr

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