Zwei Kinder fahren auf Spielzeug-Traktoren

Seit Montag wird der Corona-Kinderbonus ausgezahlt. Bis alle Eltern das Geld bekommen haben, vergehen aber zwei Wochen. Der Bonus ist Teil des vor der Sommerpause beschlossenen Corona-Konjunkturpakets, dessen Ziel es ist, möglichst schnell den Konsum wieder anzukurbeln.

Mit dem Kinderbonus sollen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für Familien abgefedert und zugleich die Wirtschaft angekurbelt werden. Denn gemeinsam mit der zeitweisen Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent erhofft sich die Politik eine Stärkung der Kaufkraft und damit verbunden ein regeres Konsumverhalten.

Tatsächlich wollen laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft knapp zwei Drittel (61 Prozent) der Empfänger das Geld ganz oder teilweise ausgeben, die anderen wollen den Betrag sparen.

Wer bekommt das Geld - und wie?

Der Bonus wird nach der Endziffer der Kindergeldnummer ausgezahlt. Und zwar für jedes Kind, für das in diesem Jahr auch Kindergeld fließt. Im September gibt es zunächst 200 Euro extra und im Oktober dann noch einmal 100 Euro. Bestimmte Voraussetzungen müssen nicht erfüllt sein und beantragt werden muss der Bonus auch nicht. Er wird automatisch überwiesen.

Anspruchsberechtigt sind die rund 18 Millionen Kinder, für die auch Kindergeld gezahlt wird. Die Sonderzahlung wird dabei nicht auf Hartz IV oder andere Sozialleistungen angerechnet. Gutverdiener mit einem Familieneinkommen von mehr als 67.800 Euro müssen den Kinderbonus allerdings versteuern. Die Bundesregierung hat für diese Konjunkturmaßnahme Kosten von rund 4,3 Milliarden Euro eingeplant.

Wirkung umstritten

Die Wirkung des Kinderbonus ist umstritten. Die Linken-Sozialpolitikerin und Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Sabine Zimmermann, hat den Bonus als unzureichend kritisiert. Ein einmaliger Bonus von 300 Euro können die Lasten der Pandemie für Familien nicht annhähernd ausgleichen. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dagegen verteidigte die Leistung der Bundesregierung als "eine der klügsten Maßnahmen des Konjunkturprogramms".

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 7.9.2020, 6 bis 9 Uhr

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