Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (Archivbild). (dpa)

CDU-Chef Armin Laschet dringt auf einen harten "Brücken-Lockdown". Doch der Vorstoß kommt nicht nur viel zu spät, er lässt auch die wichtigen Fragen unbeantwortet.

Nochmal nachschlagen: Was hatten wir schon alles? Den "Wellenbrecher-Lockdown", den "Lockdown Light" und jetzt haben Armin Laschet oder die Menschen, die ihn beraten, den "Brückenlockdown" erfunden. Der CDU-Chef glaubt: Jetzt nur nochmal kurz zwei, drei Wochen stärker einschränken, dann ist das Schlimmste vorbei. Dann hilft uns die superduper Impfquote, dann gehts ans Öffnen der Geschäfte, zurück Richtung normales Leben - echt jetzt, diesmal wirklich.

Drei Probleme

Mit Laschets Vorstoß habe ich drei Probleme. Erstens: Er kommt viel zu spät. Wenn Laschet und seine Länder-Kollegen vor Wochen, ja Monaten, auf die Wissenschaft gehört hätten, wenn sie früher gebremst hätten, müssten wir es jetzt nicht umso länger und stärker tun. Aber klar, hilft jetzt nix mehr. Deshalb, Problem zwei aus meiner Sicht: die Idee "nur noch 2 bis 3 Wochen".

Ich versteh schon, Laschets kurze Brücke soll den Menschen Hoffnung machen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er sie enttäuschen wird. Dass die Brücke länger sein muss. Zumindest, wenn sie echt auf die andere Seite der Schlucht führen soll. Ob die Maßnahmen, die Laschet sich vorstellt, dafür aber ausreichen? Sehr fraglich. Mein drittes, das größte Problem.

Keine Antworten auf die kniffligen Fragen

Bei persönlichen Kontakten können viele kaum noch sparen - außer sie lassen sich scheiden. Und streng kontrollieren kann und sollte man das Private eh nicht. Bleiben: der Arbeitsplatz und die Schulen. Mehr Homeoffice will Laschet, sagt er. Aber das windelweiche Bitte-Bitte der Politik hat bei den Unternehmen - wer hätte das gedacht? - nichts bewirkt. Es braucht eine verpflichtende Homeoffice-Quote. Aber das müsste Laschet dann auch mal sagen, wenn er sie denn will. Und eng getaktete Tests für Schulen - schön und gut, aber werden die Schulen auch dichtgemacht, wenns es die Tests nicht gibt? Bei den konkreten, bei den kniffligen Fragen kommen von Laschet keine Antworten. So führen Brücken bloß ins Nichts.

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 Sendung: hr-iNFO Aktuell, 6.4.2021, 15 bis 18 Uhr

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