Pro-Trump-Anhänger verletzen den Sicherheitsbereich des US-Kapitols, um gegen die Stimmenzahl des Wahlkollegiums zu protestieren

Auch wenn die Wahl Joe Bidens die meisten EU-Politiker aufatmen ließ: Der Trumpismus sei noch immer allgegenwärtig, meint unser Kommentator. Er werde die Kraft des neuen US-Präsidenten binden. Und er bilde die neue, gefährliche Atlantikbrücke.

Eines ist der EU klar: Amerika hat zwar einen neuen Präsidenten, der den US-Wählern sei Dank nicht Donald Trump heißt. Aber das Trump-Amerika ist nicht Vergangenheit. Im Gegenteil: Das Trump-Amerika  ist allgegenwärtig und bindet Joe Bidens Kraft. Die EU läuft deshalb zwangsläufig für Washington unter ferner liefen.

Schadensbegrenzung als wichtigste Aufgabe

Ausgerechnet Joe Biden, der das EU-Parlament bestens kennt und mehrfach dort gesprochen hat, ist von der EU-Hauptstadt mental so weit entfernt wie Brüssel-Hasser Trump. Denn Schadensbegrenzung und Kurskorrektur ist Bidens wichtigste Aufgabe im Weißen Haus.

Die Weltmacht USA, an der sich Europa  während des Irakkrieges heftig rieb, deren Schutzschirm sie aber immer hundertprozentig auf ihrer Seite wusste - diese alte Weltmacht USA gibt es nicht mehr. Und Joe Biden ist auch kein Obama 2.0.

Die Mini-Trumps in der EU

Mehr transatlantische Zusammenarbeit beim Klimaschutz und grüner Technologie, eine  Allianz zur Kontrolle der neuen Weltmächte Google, Facebook und Amazon, und hoffentlich der gemeinsame Versuch von EU und USA, einen atomar bewaffneten Iran zu verhindern - viel mehr ist nicht drin. Europa kann nur hoffen, dass Trumps Amerika nicht in vier Jahren ein Comeback feiert.

Und vorher die Mini-Trumps in der EU: Marine Len Pen in Frankreich, Salvini in Italien, und der illiberale Demokrat und Trump-Sympathisant Victor Orban. Der EU muss klar sein: Der Trumpismus ist die gefährliche neue Atlantik-Brücke. Das Trump-Amerika ist allgegenwärtig. Auch in der EU.

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 20.2.2021

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