Deutschland Mexiko
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Die DFB-Elf ist mit einer Niederlage gegen Mexiko in die Fußball-WM gestartet. Gefehlt hat vieles, meint unser Kommentator. Zum Beispiel eine Mannschaft.

Deutschland ist im Freundschaftsspielmodus in dieses Turnier gestartet – pomadig, ohne Tempo und Zweikampfbereitschaft. Der Auftritt in der ersten Halbzeit war einer Weltmeisterschaft unwürdig, eines Weltmeisters sowieso. Das war ein Auftakt in Zeitlupe.

Über die Aufstellung ist – von der Personalie Reus mal abgesehen – im Prinzip nicht zu diskutieren. Es geht also ganz grundsätzlich um die Einstellung. 'Mexiko? Das packen wir schon mal eben im Vorbeigehen.' Das strahlten die Männer in Schwarz-Weiß von der ersten Sekunde an aus. Nachhaltig änderte sich das erst nach etwa einer Stunde mit der Einwechslung von Marco Reus.

Gerüchte über schlechte Stimmung

Dass die DFB-Auswahl besser spielen kann, hat sie auch in jüngerer Vergangenheit nachgewiesen. Die Leistung aus den guten Tests gegen Frankreich und Spanien hätte ausgereicht, um emsige Mexikaner in Schach zu halten. Doch irgendwie stand da keine Mannschaft auf dem Platz. Nur Stückwerk, keine Linie, kein Zusammenspiel. Sollte es den Spielern ein Anliegen gewesen sein, die Gerüchte über schlechte Stimmung wegen der Özil-Gündogan-Foto-Affäre und des vermeintlich nicht optimalen WM-Quartiers zu zerstreuen, ging das total daneben.

Spielerische Probleme sind verzeihbar, fehlende Einstellung ist unverständlich. Es liegt nun der Stoff bereit, aus dem Krisengeschichten geschrieben werden. Und um noch etwas Öl ins Krisenfeuer zu gießen: Drei der letzten vier Weltmeister sind im Folgeturnier in der Vorrunde ausgeschieden. Eine knappe Woche geht nun ins Land - mit Tagen voller Diskussionen über Brandherde, die dem Team extrem auf die Nerven gehen werden. Das hat es sich allerdings selbst zuzuschreiben.

Weitere Informationen

Spielbericht: Mexiko überrumpelt DFB-Elf (sportschau.de)

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Sendung: hr-iNFO, 18.6.2018, 7:30 Uhr

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