Pakete in einem Logistikzentrum

Etwa 20 Millionen ungebrauchte Artikel landen in Deutschland pro Jahr im Müll - weil Kunden sie zurückschicken und die Versandhändler sie wegschmeißen. Das wollen die Grünen nun verbieten. Gut so, meint unser Kommentatorin. Doch es brauche noch mehr, um den Retourenwahn zu drosseln.

Die Schuhe sind doch nicht so schön wie auf dem Foto, der Stoff von der Bluse gefällt mir doch nicht - also zurück damit. Retouren-Aufkleber aufs Paket geklebt und ab die Post. Was passiert danach mit den Schuhen und der Bluse? Eigentlich sollten sie umgepackt und wieder in den Verkauf gehen. Das klappt aber offenbar nicht immer.

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Vier Prozent der zurückgeschickten Artikel landen nämlich im Müll. Jetzt mal eine kleine Rechenübung: Wir schicken knapp 500 Millionen Produkte pro Jahr zurück. Das haben Wissenschaftler der Uni Bamberg ermittelt. Rund vier Prozent davon werden von den Versandhändlern anschließend vernichtet. Das heißt im Klartext: 20 Millionen Artikel werden pro Jahr weggeworfen. Nochmal: 20 Millionen. Neue, ungebrauchte Sachen. Das kann und darf so nicht bleiben.

Retouren sollten ordentlich Porto kosten

Die Grünen fordern jetzt ein Wegwerfverbot. CSU und FDP halten nichts von Verboten für die Wirtschaft und setzen auf Selbstverpflichtung oder umfangreichere Garantien.

Aber mal ganz abgesehen von der politischen Diskussion: Auch wir müssen umdenken. Denn die vielen Retouren sorgen nicht nur für völlig unnötigen Abfall, sondern auch für noch mehr Paketverkehr auf den Straßen. Und das schadet zusätzlich dem Klima.

Wenn Retouren ordentlich Porto kosten würden, würden sich viele mit der Extra-Bestellerei wohl zurückhalten. Mehr Klima- und Umweltschutz fängt da an, wo es auch für uns Verbraucher unbequemer oder teurer wird. Das werden wir noch viel öfter zu spüren bekommen, wenn wir es wirklich ernst meinen. Und dass neuwertige Artikel von den Versandhändlern weggeworfen werden, geht gar nicht. Von mir aus kann das gerne verboten werden.

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