Lyriden Meteorschauer

Sie kommen in jedem Frühling und sind schon seit über 2.500 Jahren bekannt: die Sternschnuppenschwärme der Lyriden. In der Nacht zum Mittwoch werden besonders viele am Himmel erwartet. hr-iNFO-Wissenschaftsredakteur Stephan Hübner erklärt, wann sie am besten zu sehen sind.

Warum wünschen wir uns etwas, wenn wir Sternschnuppen sehen?

Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungen. Eine davon ist: Früher sahen die Menschen in den Sternen göttliche Lichtfunken. Und wenn so ein Stern runterfiel, hoffte man auf göttlichen Beistand. Auch sehr charmant ist die Vorstellung, die Sternschnuppen seien Dochte von Himmelskerzen und diese Dochte fallen den Engeln beim Putzen der Kerzen runter. Man hoffte also auf den Beistand der Engel, wenn man eine Sternschnuppe über den Himmel fliegen sah.

Wie entstehen Sternschnuppen tatsächlich?

Im Prinzip ist eine Sternschnuppe eher so eine Art Weltraumschrott. Im All ist ja ziemlich viel unterwegs – nicht nur Satelliten und die ISS, sondern auch Planeten, Sonnen und Kometen. Und diese Kometen zerbröckeln beim Flug. Wenn solch ein Kometenbrocken in die Erdatmosphäre gelangt, dann wird er zu einem Meteor, der von der Atmosphäre ganz stark abgebremst wird. Dabei entsteht eine sehr große Hitze. Eine Folge für den Meteor kann sein, dass er in kürzester Zeit verglüht. Dabei fliegt er weiter, lässt auf dem Flug einen Lichtstreifen hinter sich und den sehen wir als Sternschnuppe. In Gestalt der Lyriden können wir das gerade besonders gut am Nachthimmel beobachten.

Woher kommt der Name Lyriden?

Der Name Lyriden leitet sich ab vom Sternbild Leier. Da hat man also in die Sternenkonstellation dieses antike Zupfinstrument hineininterpretiert, das im Lateinischen Lyra heißt - und daher kommt der Name Lyriden für die Sternschnuppen, die jeden Frühling aus dem Bereich des Sternbilds Leier, Lyra, zu kommen scheinen. Der Komet übrigens, dessen Zerbröckeln wir das Schauspiel verdanken, heißt Thatcher.

Gibt es noch andere von diesen Sternschnuppenschwärmen?

Die gibt es. Neben dem Lyriden im April gibt es zum Beispiel noch die Perseiden im August, die Orioniden im Oktober und die Geminiden im Dezember. Die sind auch wieder nach ihren Ursprungssternbildern benannt. Mit teils über 100 Schnuppen pro Stunde sind sie noch üppiger als die Lyriden. Heute Nacht wird man mit sehr viel Glück 18 pro Stunde sehen können, aber wohl eher deutlich weniger.

Wann und wie kann man die Lyriden besonders gut sehen?

Lyriden kann man immer am Morgenhimmel besonders gut sehen. Das eigentliche Maximum wurde für morgen früh um 9 Uhr vorherberechnet. Da haben wir allerdings wenig davon, weil es dann schon hell ist. Deshalb wäre der zweitbeste Tipp: heute Nacht zwischen 3 Uhr und 4 Uhr. Es wird keinen störenden Vollmond geben. Es soll trocken sein und der Nachthimmel klar – also beste Beobachtungsvoraussetzungen. Und wer sich nicht den Wecker auf 3 Uhr stellen will: Auch vor den genannten Maxima dürften schon Schnuppen zu sehen sein - am besten dort, wo man einen möglichst weiten Teil des Nachthimmels überblicken kann.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 21.4.2020, 12 bis 15 Uhr

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