Eine Frau mit Laptop auf ihrem Schoß im Wohnzimmer

Bund und Länder haben beschlossen, die Arbeit im Homeoffice ab Mittwoch auszuweiten - und zwar per Verordnung des Arbeitsministeriums. Wir erklären, was drin steht und was das für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bedeutet.

Das Zuhause soll für noch mehr Menschen zum Büro, das Home vermehrt zum Office werden, so sehen es die Bund-Länder-Beschlüsse vor. Diese setzt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nun - zeitlich bis zum 15. März befristet – mithilfe einer veränderten Arbeitsschutzverordnung um: "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen." Dieser Satz steht wörtlich in der Verordnung.

Das kommt laut Ministerium einer Pflicht für Unternehmen gleich, Homeoffice zu erlauben, soweit betrieblich möglich. Den Beschäftigten selbst jedoch steht es frei, das Angebot anzunehmen und in den eigenen vier Wänden zu arbeiten oder doch ins Büro zu gehen. Während gerade aus der Industrie, die in Pandemiezeiten eine zu große Belastung der Betriebe fürchtet, heftige Kritik kommt, beklagen andere, auch die nun verschärfte Regelung würde zu viele Schlupflöcher lassen.

Auch Schutz in Büros wird ausgeweitet

Nur im Zweifelsfall könnten Behörden die Einhaltung der neuen Vorschriften auch kontrollieren, im allergrößten Notfall auch Bußgelder verhängen, erläutert Arbeitsminister Hubertus Heil. Es gehe ihm nicht darum, Unternehmen zu quälen. In Kraft treten kann die neue Verordnung wohl am Mittwoch kommender Woche. Weder Bundestag noch Bundesrat müssen zustimmen.

Das Ziel der Verschärfung ist ein doppeltes: Sowohl am Arbeitsplatz selbst als auch auf dem Weg dorthin – also in Bussen und Bahnen - soll die Gefahr der Ansteckung vermindert werden. Und auch für diejenigen, die gar nicht anders können, als im Betrieb zu arbeiten, wird der Schutz ausgeweitet: Werden Räume von mehreren Personen gleichzeitig genutzt, also etwa im Großraumbüro, müssen pro Person zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Können Abstände nicht eingehalten werden, muss der Arbeitgeber medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen, zu denen FFP-2-Masken oder auch die meist hellblauen OP-Masken zählen.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 20.1.2021, 15 bis 18 Uhr

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