Meteora-Klöster
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Man nennt sie auch Wolkenkratzer des Mittelalters: die Klöster im Norden Griechenlands, die hoch oben auf den vielleicht ungewöhnlichsten Gesteinsformationen Europas thronen. Das Unesco-Weltkulturerbe ist ein ganzjähriges Reiseziel – und längst nicht alles, was die Region zu bieten hat.

Es klingt ein wenig rätselhaft, wenn die scheuen Mönche mit einem Hammer gegen Bretter schlagen. Sie rufen damit zum Gebet. Still und abgeschieden ist ihr Leben auf den Felsnadeln. Millionen von Touristen haben Meteora in den letzten Jahrzehnten besucht und sich immer wieder andere Namen ausgedacht für die vielleicht ungewöhnlichsten Gesteinsformationen Europas. Wolkenkratzer des Mittelalters werden die Meteora-Felsen mit ihren Klöstern auch genannt. Sechs dieser Klöster sind für Besucher geöffnet – zu bestimmten Zeiten.

Unser Korrespondent Michael Lehmann bei den Meteora-Klöstern
Unser Korrespondent Michael Lehmann bei den Meteora-Klöstern Bild © hr

Viele hundert Treppen müssen die Gäste hinaufsteigen, wenn sie alle sechs Klöster besichtigen wollen. Die drei Euro Eintritt werden im im Frauenkloster Roussano von einer freundlich lächelnden Nonne an der engen Eingangspforte kassiert. Erzählen mag auch sie nichts. Scheu sind die allermeisten Geistlichen von Meteora. Die Gäste aber brauchen sie, Eintrittsgelder und Andenkenverkauf sind wichtig.

Modelliert in 30 Millionen Jahren

Das Schwärmen und Erzählen über dieses außergewöhnliche Unesco-Weltkulturerbe übernimmt der Vize-Bürgermeister der unterhalb der Meteora-Klöster liegenden Stadt Kalambaka, Konstantinos Rantos: "Vor 30 Millionen Jahren hat die wundervolle Entwicklung dieser Felsen wahrscheinlich begonnen. Das Meer und der Fluss haben Steine und Erde weggespült und es entstanden in sehr langen Prozessen die heutigen Felsen." Dann habe es Erdbeben gegeben, das Wasser sei abgeflossen und langsam sei - auch durch Regen und Wind - die heutige Struktur der Felsen entstanden.

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Was für Laien wie eine Vulkanlandschaft aussieht,  ist also ein von Wasser und Wind geschliffenes spektakuläres Stein-Fels-Gemisch – modelliert in Millionen von Jahren. Von den sechs zu besichtigenden Klöstern sind vier für Männer und zwei für Frauen, erzählt der Bürgermeister. Hervorheben möchte er keins davon: "Dann wäre die Gefahr groß, dass ich einem anderen Unrecht tue. Deshalb rate ich unseren Besuchern, wirklich alle zu besuchen."

Es dauert nur einige Minuten, bis sich Besucher im eigenen Auto die kleine passartige Straße hinaufschlängeln, um von oben einen berauschend schönen Blick zu genießen.  Sie sehen Felsnadeln, mit eng auf die Felsenspitzen und schmalen Felsgrade gebauten Klöstern. Wundersame Bauwerke, sagt auch Rainer Bobel, der mit Freundin aus der Schweiz angereist ist und im Wind auf einer der Aussichtspunkte der Meteora-Passstraße steht: "Diesen Ort besuchen wirklich alle, die nach Griechenland kommen. Aber kein Wunder: Es ist atemberaubend. Man kann sich kaum sattsehen an dieser Aussicht."

Meteora-Klöster
Ausblick von den Felsen Bild © hr

Rafting, Skifahren und urige Tavernen

Die Menschen in den Gemeinden um die Meteora-Klöster sind stolz, dass sie als eine der sehr wenigen Regionen Griechenlands Touristen an 365 Tagen im Jahr anziehen. Konstantinos Rantos, der Vize-Bürgermeister von Kalambaka, meint, dass das nicht nur an den Felsenklöstern liegt: "Wir haben auch Kongresse hier organisiert, den Erlebnis- und Alternativtourismus gefördert. Sie können bei uns Klettern, Bergsteigen, Fahradfahren, Reiten. Es gibt Rafting und zwei Skigebiete sind nur 45 Minuten entfernt."

Und wer sich zu Fuß auf den teilweise sehr anspruchvollen Wanderpfaden von Meteora oder zumindest auf den hunderten Treppen zwischen Auto-Parkbuchten und Kloster-Pforten tagsüber ausgetobt hat, der kann abends in einer der besonders urigen Tavernen mit Blick hoch hinauf in die Kloster-Felsenwelt diese unglaublichen Eindrücke sacken lassen. Bis morgens um vier Uhr, wenn er mag – denn auch in Nordgriechenland gibt es zu Essen und zu Trinken bis tief in die Nacht hinein.

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