Gewitter

Wenn's blitzt und donnert, ist das vielen nicht ganz geheuer - und sie befolgen Verhaltensregeln, die schützen sollen. Aber was davon macht wirklich Sinn und was ist nur Blödsinn?

Im Freien auf weiter Fläche flach auf den Boden legen

Das stimmt nicht. Man ist dann zwar schön niedrig. Wenn aber ein Blitz in der Nähe einschlägt, fließt der Strom durch den ganzen Körper. Also besser hinhocken, Füße zusammen lassen und Kopf auf die Knie. Und: Man sollte möglichst nicht der höchste Punkt im Umkreis sein!

Bei Gewitter unbedingt die Stecker ziehen

Bei einem Blitzeinschlag können zwar tatsächlich sogenannte Sekundärströme durch das Haus ziehen. Die meisten Elektrogeräte und Steckdosen haben aber Überspannungsschutzgeräte, die - der Name verrät es - die Geräte vor dem Durchschmoren schützen. Es ist also nicht immer notwendig, die Stecker zu ziehen. Wer sich nicht sicher ist, ob seine Elektrogeräte ausreichend geschützt sind, sollte es aber sicherheitshalber trotzdem tun.

Bei Gewitter nicht duschen

Videobeitrag

Video

zum Video Ist es gefährlich, bei Gewitter zu duschen?

Gewitter
Ende des Videobeitrags

Bei Gewitter wird die Milch sauer

Keine Verhaltensregel, aber eine alte Bauernregel. Und die war zumindest früher zutreffend: Als es noch keine Kühlschränke gab, konnte man die Milch nicht längere Zeit frisch halten - und an einem heißen und schwülen Gewittertag vermehren sich die Milchsäurebakterien natürlich recht zügig. Dadurch konnte die Milch tatsächlich schnell sauer werden.

Aber auch heute passiert so etwas hin und wieder im geschlossenen Kühlschrank. Nach der Meinung vieler Chemiker ist diese Beobachtung reiner Zufall. Ein Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Biochemie ist hingegen überzeugt, dass kurze elektromagnetische Impulse (Sferics) die Milch sauer werden lassen. Wie diese Sferics auf Organismen wie Milchsäurebakterien wirken, ist wissenschaftlich aber noch nicht genau geklärt.

____________________________________________________________________________________________

Wo gewittert es in Hessen am häufigsten?

Wo schlagen statistisch gesehen die meisten Blitze ein? Antworten gibt der Blitzatlas der Siemens-AG, der vergangene Woche veröffentlicht wurde:

Im Landkreis Offenbach hat es im vergangenen Jahr laut Blitzatlas die meisten Blitzeinschläge gegeben. Dort wurden 3,28 Blitze pro Quadratkilometer gemessen. An zweiter Stelle im hessenweiten Vergleich steht Frankfurt, auf Platz drei folgt wieder Offenbach – diesmal die Stadt selbst. Die wenigsten Blitzeinschläge gab es in der Stadt Kassel (etwa 0,5 Blitze pro Quadratkilometer) und im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Deutschlandweit wurden im nordrhein-westfälischen Landkreis Wesel die meisten Blitzeinschläge registriert.

Weitere Informationen

Der Blitzatlas

Der Blitzatlas wird seit 1991 einmal im Jahr vom Blitzinformationsdienst der Siemens-AG veröffentlicht. Die Daten dafür werden an etwa 160 Messstellen in ganz Europa gesammelt. Er dient v.a. Kunden wie Industrieunternehmen, Energieversorgern, Veranstaltern von Musikfestivals, Golfverbänden und Ballonfahrern, die Warnmeldungen vor Gewittern bekommen – und auch Versicherungen, die die Daten bei angezeigten Schadensfällen nutzen. Der Dienst kann Blitzeinschläge auf 100 Meter genau verorten. So kann überprüft werden, ob in der Nähe tatsächlich ein Blitz eingeschlagen hat oder nicht.

Ende der weiteren Informationen

Im Jahr 2016 wurden seit Aufzeichnung die wenigsten Blitze gemessen. Grund dafür ist, dass es im August – normalerweise der gewitterreichste Monat – sehr wenige Gewitter gab. Im Langzeitvergleich zeigt sich, dass es in Süddeutschland mehr blitzt als im Norden. Richtig erklären kann das der Dienst allerdings nicht.

hr3-Onlineredaktion, Christina Sianides, Lisa Will

Jetzt im Programm