Palmengarten: Ein Drohnenflug durch die Jubiläumsausstellung

Grüne Oase, grüne Lunge, grünes Herz – solche Bilder kommen einem vielleicht in den Kopf, wenn man an den Frankfurter Palmengarten denkt. 150 Jahre alt wird der in diesem Jahr. Was die Vielfalt des Palmengartens heute ausmacht und wie es dazu kam, fasst seit diesem Donnerstag eine große Jubiläumsausstellung zusammen.

Ein Rugby-Ball. Eine Sauciere. Eine Posaune. Ein Kronleuchter und viele Pflanzen. All das ist in der Jubiläumsausstellung des Frankfurter Palmengartens zu finden - und noch viel mehr. Frankfurts Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, Rosemarie Heilig von den Grünen, war eine der ersten Besucherinnen der Ausstellung: "Das Hochrad fand ich total spannend, auch die Schlittschuhe, weil der Palmengarten war ja auch ein Ort des Sports, hier gab’s ja auch Sportplätze oder Tennisplätze" und sogar mal "Olympische Palmengartenspiele". Heilig sei "natürlich verliebt" in diesen Ort. "Wenn man aus dem Stress in den Palmengarten reinkommt, dann fällt der Stress ab."

Ein Ort, an dem man sich trifft

Eröffnet wurde das grüne Tonikum des Rhein-Main-Gebiets vor 150 Jahren, 1871. Hinter ihm stand ein Bürgerverein. Der wollte vor allem die wertvolle, zum Verkauf stehende Pflanzensammlung von Herzog Adolf von Nassau nach Frankfurt bringen.

Landschaftsarchitekt Heinrich Siesmayer prägte die Anlage dann im französisch-englischen Stil. Der Mix aus Beeten, Wiesen, Wasserflächen und Gewächshäusern begeistert heute noch, so Palmengartendirektorin Katja Heubach. Ebenso der Mix aus "Garten und Kunst und Kultur und dem Vergnügen." Denn klassischerweise seien Botanische Gärten nicht dem Publikum zugänglich, sondern dienten Wissenschaft und Forschung. "Der Palmengarten ist aber von seinen Grundfesten, von seiner Grundidee ein Ort, wo man sich trifft."

Musik und Prominenz

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Und das von Anfang an auch mal zu Konzerten, Modenschauen und Bällen. Die Vielfalt des Palmengartens und ihre Geschichte bereitet die Ausstellung "Frankfurts grünes Herz" nun erstmals umfassend und in mehreren Themenschwerpunkten auf. Projektleiterin und Historikerin Kirsten Grote-Bär berichtet, welche das sind: "Natürlich Gartenkunst, gärtnerische und botanische Sammlungen, das Thema Musik hat immer eine außerordentliche Rolle gespielt mit einem eigenen Palmengartenorchester." Das gibt es heute zwar nicht mehr, erhalten und in der Ausstellung zu hören ist jedoch der Palmengarten-Walzer von 1871.

Und welche Themen spielen in der Ausstellung sonst noch eine Rolle? Grote-Bär: "Das Thema Glanz und Gastlichkeit mit dem großen Gesellschaftshaus, hier sind Prominente ein und aus gegangen, und dann natürlich auch Sport." Womit wir nochmal beim Hochrad sind, ein Original aus dem Hause von Opel, für das auch Direktorin Katja Heubach schwärmt. Und das "ist damit verknüpft, dass ich selber gerne Rennrad fahre," berichtet Heubach. "Und deshalb begeistert mich natürlich das Hochrad, einfach schon physikalisch, dass das geht."

Von Wild-West und Zukunft

Und vielleicht liegt’s auch daran, dass die Opel-Brüder einst selbst mit so einem Rad durch den Garten geradelt sein könnten. Kirsten Grote-Bär hingegen erinnert sich an das Jahr 1890, als Buffalo Bill im Palmengarten gastierte. "Also es war eine große Wild-West-Schau, und ein Gärtnerjunge hier, Ernst Tobis, war so fasziniert davon, dass er ausgerissen ist, der ist dieser Truppe bis Strasbourg gefolgt. Als 14-Jähriger." Nachher habe er eine Karriere als Artist und Indianerforscher gestartet und das Karl-May-Museum in Radebeul begründet.

Natürlich gibt es mehr Spannendes, Dramatisches und Kurioses aus 150 Jahren Palmengarten zu berichten, über Menschen, wie über Pflanzen. Tja, und sogar die Zukunft hat einen Platz in der Ausstellung. Wie? Gehen Sie mal vorbei.

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