Fünf Pfaue sitzen beieinander

Mitten in Los Angeles leben mehrere hundert Pfaue. Ist doch schön, möchte man meinen. Aber die hübschen Tiere bereiten den Anwohnern auch viel Ärger. Vor allem in der Paarungszeit.

Durch die gepflegten Vorgärten in Pasadena, im Nordosten von Los Angeles, flattern statt Tauben und Raben große Pfauenvögel. Einige schlagen majestätisch ihr Pfauenrad, zeigen ihre hübschen blau-grünen Federn. Doch Anwohnerinnen wie Holly Rybicki können nichts Schönes mehr an den Vögeln finden, denn die schreien teilweise die ganze Nacht, das wecke regelrecht Tote auf, meint sie.

Seit Wochen berichten auch die Lokalzeitungen über die Pfauenplage in Los Angeles. Es sollen einige hundert Tiere sein, die in der Metropole leben. Wie sie genau nach LA gekommen sind, weiß man nicht. Es wird gemutmaßt, dass sie von der Tochter eines Immobilien-Tycoons zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt wurden, möglicherweise sind sie aber auch bei Filmdrehs eingesetzt worden und haben sich dann rege vermehrt.

Auto-Attacken in der Paarungszeit

Zumindest gehen sie vielen Bürgern auf die Nerven, auch weil ihre Hinterlassenschaften überall sind: "Wenn es auf dem Haus landet, kann man es nicht wegwaschen, man muss das Haus neu anmalen", klagt Holly. Viele Menschen finden die Pfauen schön, kommen deswegen extra in die Stadt, um sie zu fotografieren. Auch das sei nervig, weil die Leute in den Vorgärten rumtrampeln.

Die Tiere spalten Nachbarschaften in Pfauenhasser und -liebhaber, meint Justin, der einige Kilometer weiter in Highland Park wohnt. Er selbst sagt, er befinde sich irgendwo dazwischen. Zuerst habe er die Vögel sehr schön gefunden, bis sie anfingen, sein Auto zu attackieren. “Es wird schlimm in der Paarungszeit. Wenn sich ein männlicher Pfau in einem Auto spiegelt, denken sie, das ist ein Konkurrent, und dann hacken sie. Manche Leute haben richtige Dellen im Auto, ich hatte einen kleinen Kratzer”, sagt er.

Mit Pfauen und Kojoten leben lernen 

Die Pfaue sind zwar keine heimische Spezies, stehen aber unter Artenschutz. Um die Ausbreitung etwas abzumildern, gibt es in Los Angeles mittlerweile ein Fütterungsverbot: 1.000 Dollar Strafe kostet es, wenn man dagegen verstößt. Trotzdem kann man die Zahl der Vögel damit wohl kaum stark eindämmen. Justin meint, man müsse mit den Tieren einfach leben, man lebe schließlich in ihrem Revier: "Unser Haus befindet sich auch in einem Gebiet mit Kojoten, die waren zuerst hier."

Holly dagegen hofft darauf, dass die Stadt härtere Mittel einsetzt, zum Beispiel Hormone zur Geburtenkontrolle, die man ins Essen mischt. Ob schön oder nervig: Die Pfaue werden die Bürger in Los Angeles offenbar noch eine ganze Zeit beschäftigen.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen
Jetzt im Programm