Eine Hamburger Demo zum Tag der Arbeit
In Hamburg gingen die Gewerkschaften am Tag der Arbeit demonstrieren. Bild © picture-alliance/dpa

Glaubt man Umfragen, können sich viele Deutsche vorstellen, nur vier statt fünf Tage die Woche arbeiten zu gehen. Zahlreiche Unternehmen setzen schon heute auf dieses Arbeitsmodell. Das kann aber auch einige Probleme mit sich bringen.

Vier statt fünf Tage die Woche arbeiten? Das ist wie Musik in den Ohren vieler Arbeitnehmer. Doch eine kürzere Arbeitswoche bringt nicht nur Vorteile mit sich…

Pro

Für eine kurze Arbeitswoche spricht vor allem eines: mehr Freizeit. Und das bedeutet mehr Zeit für die Familie und Freunde, mehr Zeit für Sport, mehr Zeit, um sich ehrenamtlich zu engagieren oder fortzubilden, oder aber einfach, um faul auf der Couch zu liegen.

Das Resultat liegt auf der Hand: Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind weniger gestresst und dadurch seltener krank. Das belegen verschiedene Studien. Und das wiederum ist gut für die Wirtschaft, denn ausgeglichene Mitarbeiter sind kreativer, können mehr leisten und arbeiten insgesamt produktiver.

Und apropos produktiv: Wer kürzer arbeitet, tut dies auch oft effektiver. Denn weniger Zeit kann bedeuten, konzentrierter und fokussierter an eine Sache ranzugehen. Darauf setzen vor allem Unternehmen, die bevorzugt Teilzeitkräfte einstellen.

Contra

Dagegen sprechen vor allem wirtschaftliche Gründe. Besonders im produzierenden Gewerbe geht den Unternehmen ein ganzer Arbeitstag verloren. Mit der Konsequenz, dass weniger produziert und verkauft wird und gegebenenfalls die Konkurrenz schneller ist. Schon jetzt bleiben Aufträge liegen und können anfallende Arbeiten nicht erledigt werden, da Fachkräfte fehlen.

Für die Arbeitnehmer wiederum bedeutet eine Vier-Tage-Woche vor allem mehr Arbeit in kürzerer Zeit und das für weniger Lohn. Denn wer nur vier Tage arbeitet, bekommt auch weniger Geld. Und auf Gehalt zu verzichten, können sich natürlich auch nicht alle leisten.

Auch die Option, statt acht Stunden zehn Stunden am Tag bei gleicher Lohnfortzahlung am Tag zu arbeiten, ist keine wirklich arbeitnehmerfreundliche Lösung. Längere Arbeitszeit erschwert zum Beispiel, Kinder und Job unter einen Hut zu bekommen.

Sendung: hr-iNFO, 22.05.2018, 7 Uhr

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