Joachim Löw vor deutscher Bank
Wie geht es weiter mit Bundestrainer Joachim Löw nach dem frühzeitigem WM-K.o.? Bild © Imago Images

Zum ersten Mal ist eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Vorrunde einer WM ausgeschieden. Die Verantwortung dafür trägt letztlich der Bundestrainer. Ist es für ihn Zeit zu gehen? Unsere Autoren sind unterschiedlicher Ansicht.

Pro: Es gibt keinen verfügbaren Besseren

Von Holger Dahl

Joachim Löw muss bleiben. Ich könnte es mir einfach machen und es so begründen: Es gibt aktuell keinen verfügbaren Besseren. Aber es gelten auch noch andere Argumente. Das Versagen bei der WM war vor allen Dingen nicht das des Trainers, sondern seiner Spieler. Sie sind mehrheitlich nicht über 30 und über den Zenit. Es gab wenig Grund, sie auszutauschen.

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Aufarbeitung des WM-Aus

Macht Löw weiter oder schmeißt er hin? Die Zukunft des Bundestrainers ist unklar. DFB-Präsident Grindel erwartet, dass Löw sich nächste Woche zu seiner Zukunft äußern wird. [mehr auf sportschau.de]

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Jede beliebige Spielerzusammenstellung aus dem 23er-Kader hätte Südkorea schlagen müssen. Das war viel mehr eine Einstellungsfrage als eine Aufstellungs-Angelegenheit. Löw wird aus seinen geringen Fehleranteilen lernen. Mit der jungen Confed-Cup-Siegermannschaft hat der Bundestrainer seine Erneuerungsfähigkeit schon bewiesen. Also: Jetzt die Mannschaft erneuern und auf die Europameisterschaft zusteuern – mit Joachim Löw.

Contra: Spieler hören nicht mehr auf Löw

Von Alexander Bleick

Nach der desaströsen Niederlage gegen Südkorea hat es Joachim Löw selbst zugegeben: Seine Mannschaft sei zu selbstherrlich aufgetreten, seine Warnungen verhallten ungehört. Ein Trainer, auf den die Spieler nicht mehr hören, sollte gehen. Müller, Özil, Khedira oder Kroos waren bei dieser WM nur Schatten ihrer selbst. Auch die talentierten Confed-Cup-Sieger wie Werner, Kimmich, Goretzka oder Brandt blieben blass.

Sie alle werden auch in zwei Jahren bei der EM das Gerüst der deutschen Mannschaft bilden. Erfolgreich werden sie aber nur sein, wenn sie dann einem Trainer und seinen Worten folgen. Löw ist das nicht mehr. Das ist nicht schlimm. Er steht für zwölf sehr erfolgreiche Jahre Nationalmannschaft. Die sind mit der größten Blamage in der deutschen WM-Geschichte vorbei. Die Zeit von Joachim Löw als Bundestrainer sollte es deshalb auch sein.

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Dossier: Die Fußball-WM 2018

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Sendung: hr-iNFO, 28.6.2018, 12:10 Uhr

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