Kim Jong-un und Wladimir Putin
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un (links) und Russlands Präsident Wladimir Putin Bild © picture-alliance/dpa

Kim Jong-un und Wladimir Putin wollen über die Zukunft reden: Beim ersten Gipfeltreffen der beiden Machthaber soll es um atomare Abrüstung und Wirtschaftssanktionen gehen. Dabei steht ihnen aber unter anderem die Vergangenheit im Weg.

Die Entstehungsgeschichte von Nordkorea nach dem Zweiten Weltkrieg lässt sich unmittelbar mit der DDR vergleichen: Korea war damals japanisch, annektiert von Japan seit 1910. Nach dem Krieg war es von den Alliierten besetzt - aufgeteilt in eine amerikanische und eine sowjetische Besatzungszone. Also ähnlich wie Deutschland auch.

Drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, im Sommer 1948, gründeten sich dann die beiden unabhängigen Staaten Nordkorea und Südkorea - ein Jahr, bevor sich die zwei deutschen Staaten gründeten. Und genauso wie die beiden Deutschlands waren die beiden Koreas stark abhängig von ihren jeweiligen Unterstützern. Mit dem Unterschied allerdings, dass die Sowjetunion und die USA ihre Truppen von der koreanischen Halbinsel rasch abzogen– was im Jahr 1950 den Koreakrieg mit auslöste.

Koreakrieg: Russland hält sich militärisch raus

Nordkorea eroberte fast komplett Südkorea, dann eilten die USA zur Hilfe. In der Folge besetzte Südkorea fast ganz Nordkorea und China kam zur Hilfe. Drei Jahre später waren rund zwölf Millionen Menschen tot und der Grenzverlauf hatte sich praktisch nicht verändert.

Die Teilung Koreas war fester denn je. Und schon damals zeichnete sich ab, dass China für Nordkorea der wichtigere Partner wird als die Sowjetunion. Denn China hat im Koreakrieg den Norden unterstützt. Die UdSSR hat sich - zumindest militärisch - rausgehalten. Aber zunächst mal griffen beide Staaten, China und die Sowjetunion, dem kleinen Bruderstaat mächtig unter die Arme, unterstützten es materiell und schoben die Produktion der Industrie in Nordkorea mit an.

Zerwürfnis durch Kubakrise

Als dann nach dem Tod Stalins in den 50er Jahren China und die Sowjetunion darüber stritten, welche Richtung der Kommunismus künftig nehmen soll, nutzte der Staatsgründer Kim Il-sung die Situation und ließ etliche china- und sowjettreue Kader in Nordkorea hinrichten. Trotzdem schloss er 1961 mit beiden Ländern Freundschaftsverträge.

Aber spätestens in der Kubakrise nur ein Jahr darauf wurde deutlich, dass Nordkorea den viel radikaleren Führer hatte als die Sowjetunion. Der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow war damals auf eine friedliche Ko-Existenz aus zwischen West und Ost, zwischen Kapitalismus und Sozialismus, Kim lehnte diese Politik ab. Dass Chruschtschow am Ende in der Kubakrise nachgab und die Atomraketen wieder abzog, sah er als Schwäche und sagte das auch offen.

Freundschaft ohne militärische Hilfe

Die Folgen für Nordkorea waren allerdings heftig, denn die Sowjetunion stoppte auf einen Schlag alle Hilfen. Nordkorea war deshalb noch stärker auf China angewiesen, aber das war damals wirtschaftlich noch weit entfernt von heute und konnte die Sowjetunion als Handelspartner nicht ersetzen. Entsprechend isolierte sich Nordkorea immer mehr und wurde immer ärmer.

Trotz allem blieb es beim Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion beziehungsweise Russland. Erst seit 2006 gibt es einen neuen – aber in dem steht jetzt nichts mehr von militärischer Hilfe. Und wirtschaftlich sind die Beziehungen der beiden Länder zueinander mittlerweile nahezu unbedeutend geworden. 2017 sind Waren im Wert von knapp 78 Millionen Dollar gehandelt worden, heute nur noch knapp die Hälfte.

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Sendung: hr-iNFO, 24.4.2019, 16:10 Uhr

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