Ein Wildschwein vor einem Zaun
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Trumps Plan, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, nehmen sich allem Anschein nach jetzt die Dänen zum Vorbild. Doch mit dem Zaun, der jetzt an der Grenze zu Deutschland errichtet wird, sollen keine Migranten an der Einreise gehindert werden.

Von den Dänen lernen, heißt siegen lernen. Sicher, natürlich, im Handball - aber nicht nur da. So mir nichts, dir nichts nämlich bauen die Dänen an der deutsch-dänischen Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Süd-Jütland einen Zaun aus Stahl von der Nordsee bis zur Ostsee, quer durchs ganze Land, über satte 70 Kilometer. So macht man das! Donald Trump sollte sich ein Beispiel nehmen.

Gut, der Zaun ist mit umgerechnet rund vier Millionen Euro vergleichsweise günstig. Aber: Das kleine Dänemark hat ja auch nicht so viel Geld wie die reichen Vereinigten Staaten, also bitteschön. Und der Zaun hat auch eine ähnlich klar definierte Aufgabe: Er soll die Schweine abhalten.

Die dänische Wirtschaft lahmlegen

Die Wildschweine, die nämlich ohne diese Barriere in Massen von Deutschland nach Dänemark einwandern würden, um nur eins zu tun: die dänische Wirtschaft lahmzulegen, indem sie die fiese Schweinepest ins Königreich bringen. Es ist zwar kein einziger Fall von Schweinepest in Deutschland im Moment bekannt, und für Menschen ist sie ja auch völlig ungefährlich, aber egal. Man schützt sich besser bei Zeiten, so lange das noch geht. Und wie könnte das besser gehen als mit so einem Zaun?

Überhaupt: Diese offene Flanke nach Süden ist vielen in Dänemark ja schon lange ein Dorn im Auge. Schweren Herzens nur wollten sie dort die Grenz-Kontrollhäuschen abbauen, als der Traum vom Schengen-Raum wahr wurde. Für Dänen ein Alptraum.

Schengen den Riegel vorschieben

Insofern sind die Schweine aus Süden, die es so gar nicht gibt, zwar unwillkommen, kommen aber trotzdem irgendwie gerade recht. Denn jetzt gibt es ja einen guten Grund, die Grenze wieder zu markieren und sichtbar wieder neu zu ziehen. So schiebt Dänemark Schengen auf ganz eigene Weise den Riegel vor. Wird ja auch höchste Zeit, denn wer weiß, wie lange Brüssel den Grenzkontrollen an den Straßen von Deutschland nach Dänemark wegen der Terrorgefahr noch zuschauen würde. Möglich, dass man schon bald allen Verkehr wieder fahren lassen muss, und dann wäre wieder alles offen. So weit kommt das noch!

Jetzt ist dem zum Glück vorgesorgt: Der Zaun gegen die Schweine – eine neue alte Grenze und ein beeindruckendes Symbol. Stimmt. Vor allem dafür, wie sehr der Populismus immer weiter um sich greift. Nicht nur in den USA, sondern auch mitten in Europa. 

Sendung: hr-iNFO 29.1.2019, 06:10 Uhr

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