Schülerinnen und Schüler einer Grundschule sitzen mit Abstand in ihrem Klassenraum.  (dpa)

Weil es für Kinder unter zwölf noch keine Corona-Schutzimpfungen gibt, will die Bundesregierung diese Altersgruppe besser schützen. Sie fördert deshalb den Einbau von Luftfilteranlagen jetzt auch an Grundschulen, Kitas oder medizinischen Einrichtungen für Kinder. An einer Grundschule in Frankfurt wartet man allerdings noch auf Informationen zum Prozedere.

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Zum Artikel Bund fördert Luftfilter auch an Grundschulen und Kitas

Schülerinnen und Schüler einer Grundschule sitzen mit Abstand in ihrem Klassenraum.  (dpa)
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Momentan ist Sommer und das Thema Luftfilter steht an Schulen nicht ganz oben. Doch das kann sich im Herbst schnell wieder ändern, da ist sich die Direktorin der Meriangrundschule in Frankfurt Brigitte Schulz sicher: "Ich bin schon skeptisch, wenn ich mir anschaue, wie sich die neue Virus-Variante ausbreitet." Man habe die gleiche Situation wie im letzten Sommer, die Zahlen gehen runter, man hält sich im Freien auf, die Ansteckungsgefahr ist geringer. "Aber nach den Sommerferien, wenn alle aus diversen Ländern zurückkehren, steigt natürlich die Gefahr wieder", so Schulz.

"Noch keine offizielle Information" an Schulen

Deshalb kommt die gute Nachricht genau richtig: Der Bund gibt jetzt Geld für Luftfilteranlagen aus - auch für Grundschulen und Kitas. Richtig viel Geld. Gefördert werden sogenannte raumlufttechnische Anlagen (RLT). Das sind große, fest installierte, professionelle Luftfilteranlagen. Die wurden bisher nur für zum Beispiel öffentliche Gebäude gefördert. 80 Prozent der Kosten für neue Anlagen an Grundschulen oder Kitas werden erstattet, maximal 500.000 Euro pro Standort. Auch Um- und Aufrüstungen bestehender Anlagen können gefördert werden.

Schulleiterin Brigitte Schulz hat von dem Programm gehört. Aber: "Ich habe keine Ahnung, wie man daran kommt. Ich habe es bisher so verstanden, dass die Kommunen den Antrag dafür stellen müssen. Wie wir Schulen da mit einbezogen werden, darüber habe ich noch keine offizielle Info erhalten."
Weder von Stadt noch Land hat sie bis jetzt erfahren, ob und wie sie einen Antrag stellen kann. Auf Nachfrage sagte ein Sprecher des hessischen Kultusministeriums dem hr, dass die Städte die Förderung beantragen müssen. Das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) teilte auf hr-Anfrage dagegen mit: "Förderanträge können sowohl durch die Institution selbst auch vom jeweiligen Träger gestellt werden."

Anträge noch bis Ende des Jahres

Die Anträge können laut BAFA noch bis Ende des Jahres gestellt werden. Nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Schulleiterin Brigitte Schulz aus Frankfurt fände es toll, eine solche professionelle Anlage zu haben und will sich jetzt doch darum kümmern. Bisher haben sie an der Merianschule schon einige kleinere, mobile Luftfilter. In zwei Klassenräumen wurden solche Geräte von den Eltern in Eigeninitiative aufgestellt. Zwei Mütter, die Risikopatientinnen sind, haben sich dafür eingesetzt. Ihre Tochter, die neunjährige Mia, und ihre Freundin Emilia konnten dadurch seit Januar wieder in die Schule gehen.

Die Eltern der Merianschule haben die Filter komplett selbst finanziert und kümmern sich jetzt auch noch um die Wartung. Ein ziemlicher Aufwand, erzählt Mutter Martina: "Wir kommen etwa alle vier Wochen oder auch, wenn mal was komisch leuchtet werden wir sozusagen informiert und dann versuchen wir, es zu reparieren." Bisher sei das immer gelungen. Meistens müsse man nur den Filter rausnehmen, "resetten" und das Gerät alle vier Wochen reinigen.

Das Bundesprogramm fördert bewusst keine solchen mobilen Luftfilter – unter anderem auch wegen der aufwendigen Wartung. Und weil sie das regelmäßige Lüften nicht ersetzen können: "Eine Fensterlüftung bleibt weiterhin erforderlich, sonst würde die Raumluftqualität, insbesondere aufgrund des abnehmenden Sauerstoffgehaltes und des zunehmenden Luftfeuchtegehaltes, immer weiter abnehmen." Eine professionelle Anlage ist dagegen wartungsärmer und auch wirksamer - eine ganz andere Hausnummer. Mutter Martina findet es richtig, dass der Bund jetzt Geld in die Hand nimmt für solche Anlagen – auch für Schulen und Kitas: "Ich denke, wenn die Zahlen wieder hochgehen und die Fenster können nicht mehr so oft geöffnet werden können, macht das noch mehr Sinn. Ich frage mich eher, warum das nicht schon längst gemacht wurde."

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