Die Fotomontage zeigt grafisch eine mögliche Seilbahn, wie sie zwischen Offenbahn und Frankfurt über den Main (Foto) schwebt.
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Pendler im Rhein-Main-Gebiet klagen über Staus und unpünktliche Züge. Und bis neue Entlastungsstrecken gebaut sind, vergehen oft Jahrzehnte. Also müssen Alternativen her. Und eine heißt: Seilbahnen.

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Die Karte zeigt Frankfurt und die möglichen Standorte für eine Seilbahn.

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Beim Skifahren in den Alpen mit der Gondel zur nächsten Abfahrt schweben - das ist Normalität. Doch bei der Idee, mit der Seilbahn in der Stadt zur Arbeit zu pendeln, bekommen Verkehrsplaner häufig nur ein überraschtes Lächeln geschenkt. Aber da die Verkehrsinfrastruktur in und um Frankfurt ausgelastet ist, denkt der Chef des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) Knut Ringat laut über Seilbahnen in der Stadt nach.

"Man braucht für Seilbahnen nicht unbedingt viel Platz und man braucht nicht viel Zeit für den Bau", sagt Ringat. "Wenn man nach Koblenz schaut, Bundegartenschau, da hat man gerade mal, von der ersten Idee bis zur Umsetzung, vier Jahre gebraucht." Und nach einem Jahr Testbetrieb sei es dann soweit gewesen.

5000 Fahrgäste pro Stunde

Beim RMV will keiner mehr zehn oder mehr Jahre warten, bis die großen Schienenprojekte umgesetzt sind. Denn jetzt drückt der Schuh. Seilbahnen könnten an Bergen, über Flüsse oder über Bahnschienen fahren. Moderne Gondeln ähneln von innen Straßenbahnwagen. Sie haben Platz für 35 Personen. Fahren circa 30 km/h und können pro Stunde bis zu 5.000 Fahrgäste von A nach B bringen. Auch Fahrräder und Rollstühle können mitgenommen werden.

Studenten der Hochschule Darmstadt setzen sich zurzeit mit dem für Städte exotischen Verkehrsmittel auseinander, sagt Professor Jürgen Follmann:  "Man muss erst mal die Entfernung sehen: Das sind letztendlich circa fünf Kilometer, die man mit einer Seilbahn überwinden kann. Was ganz zentral ist, dass Punkte verbunden werden, wo viele Menschen einstiegen und auch viele Menschen austeigen".

Weniger Autos in den Innenstädten

Die Voraussetzungen sind also: An einem Ende muss es einen große Parkplatz geben. Am anderen eine Bahnstation. Und es gibt bereits zahlreiche Ideen, wo Seilbahnen in Hessen gebaut werden könnten: Vom Frankfurter Waldstadion zur Stresemannallee, oder am Main entlang bis zur geplanten Multifunktionshalle an der Offenbacher Stadtgrenze, in der Neu-Isenburger Innenstadt. Oder in Limburg: Dort könnten die Bahngleise zwischen Bahnhof und Innenstadt überwunden werden.

Die Karte zeigt Frankfurt und die möglichen Standorte für eine Seilbahn.
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Etwas konkreter sind die Pläne bereits im Hochtaunuskreis, sagt Thomas Horn vom Regionalverband Frankfurt Rhein Main: "Wir überlegen gerade, am Taunusblick an der A5 ein Parkhaus zu bauen, dort Parkplätze zu schaffen und dann mit der Seilbahn zur U-Bahn-Haltestelle zu fahren und dann ins Stadtgebiet weiter zum Arbeitsplatz". So würden auch weniger Autos in der Frankfurter Innenstadt unterwegs sein.

Privatsphäre der Anwohner schützen

Allerdings hat die Planung von Seilbahnen auch ihre Tücken. Zum Beispiel können nur gerade Strecken miteinander verbunden werden und man könne nicht so viele Haltestellen haben wie bei Straßen- oder S-Bahnen, sagt der Darmstädter Professor Jürgen Follmann.  "Diese Bahnhöfe sind auch das Teure am Ende, wo man verknüpft." Außerdem müsse man auch über besiedelte Gebiete fahren. "Und da müssen wir schauen, dass wir auch die Privatsphäre derjenigen, die dort wohnen, schützen", so Follmann.

Der RMV will noch in diesem Jahr erste Machbarkeitsstudien in Auftrag geben. Zwar wissen die Planer, dass Seilbahnen günstiger als S-Bahnen gebaut werden können. Doch wie teuer es tatsächlich wird und wie groß der Nutzen ist, weiß niemand. Den Beteiligten ist nur klar, dass in fünf Jahren die erste Seilbahn im Rhein-Main-Gebiet fahren könnte. Vorher muss aber noch die Politik überzeugt werden, damit auch ausreichend Fördermittel fließen.

Sendung: hr-iNFO, 30.1.2019, 06:10 Uhr

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