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Zum Artikel Corona-Alltagshelden (3): Der Busfahrer

Busfahrer Klaus Finger in seinem Bus

Es gibt Menschen, die trotz der Corona-Krise für Normalität im Alltag sorgen und sich jeden Tag einem hohen Risiko aussetzen. So wie zum Beispiel Klaus Finger. Der Busfahrer bringt in Offenbach Leute von A nach B.

Die Stadtbuslinie 102 fährt einmal quer durch die Innenstadt. Klaus Finger ist kaum sichtbar, geschützt durch ein Absperrband. Auch die erste Sitzreihe ist abgesperrt. Die Vordertür: geschlossen. Mit ihm reden kann man nur in der Fahrpause. "Wir haben ja das Schild da stehen: Bitte sprechen sie den Fahrer nicht an. Und die Leute halten sich dran. Es wird weniger gesprochen wie vorher", sagt Finger.

Vorher, da war Trubel. Kinder, die zur Schule fahren, Menschen zur Arbeit oder zum Einkauf - und es war mehr Stress. Es klingt wie aus einer anderen, lange vergangenen Zeit, wenn Finger erzählt. "Früher war‘s halt so: Die Leute kamen aus den Türen gar nicht raus, weil sich die Leute, die rein wollten, vor den Türen platziert hatten. Da gab es auch manche bösen Worte. Aber jetzt ist alles anders. Die Leute lächeln sich an und dann steigen die Leute ein."

Vorbildliche Offenbacher

Seit über 30 Jahren fährt Finger die Menschen durch die Stadt. Natürlich ist jetzt alles anders, sagt er. Aber Angst zur Arbeit zu gehen, hat er keine. "Nein, ich habe kein mulmiges Gefühl. Unser Arbeitgeber hat schnell reagiert. Ich habe einen Mindestabstand von mehr als zwei Metern zu den Fahrgästen und fühle mich da relativ sicher", sagt Finger ganz cool und lobt: Die Offenbacher benähmen sich wirklich "sehr disziplinert".

Und Finger hat noch etwas bemerkt: Die Menschen reagieren anders auf ihn. "Es macht einen ein bisschen stolz, dass man zur Grundversorgung der Bürger beitragen kann. Die Leute bedanken sich mit Blicken. Und es kommt schon mal ein freundlicheres 'Guten Morgen', was früher nicht so gekommen ist."

 Bus fährt nur, wer den Bus wirklich braucht

Früher sei der Bus mehr als doppelt so voll gewesen. Es war laut, nicht immer angenehm, weniger Rücksichtnahme. Jetzt sitzen die wenigen Fahrgäste verteilt, viele in sich versunken. Es sind nur die, die den Bus wirklich brauchen, wie diese beiden Damen: Die eine muss zur Arbeit, die andere zum Arzt. Sie haben jetzt einen etwas anderen Blick auf Busfahrer. "Weil ich sehe, dass sie für die Leute da sind. Das finde ich toll", sagt die eine. Und die andere ergänzt: "Die haben meinen Respekt."

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Folge 2: Der Apotheker

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 01.04.2020, 6-9 Uhr

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