Der neue Henninger Turm gegen das Sonnenlicht fotografiert.

Ein eigenes Haus zu bauen wird immer teurer, die Mieten in Großstädten explodieren. Dass sich daran etwas ändern muss, darin sind sich alle Parteien einig. Über das Wie gehen die Vorstellungen allerdings auseinander.

In allen Wahlprogrammen findet sich zum Thema Wohnen ein Kapitel. Während die Ideen von FDP und AfD auf eine Seite passen, widmen sich Linke, Grüne und CDU dem Thema auf vier bis sechs Seiten, die SPD auf zwei. Sie alle bieten unterschiedliche Lösungen für die Probleme auf dem Wohnungsmarkt.

Explodierende Mietpreise

Gerade in den Großstädten wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Bauen, bauen, bauen ist hier die Devise von Union, SPD, FDP und AfD. Mehr Bauland wollen sie ausweisen und Bürokratie verringern. Die Union verspricht 1,5 Millionen mehr Wohnungen bis zum Jahr 2025 – konkreter ist keine andere Partei. Die SPD will ein befristetes Mietmoratorium einführen, die Mieten sollen nur noch zum Inflationsausgleich erhöht werden dürfen. Die jetzige Mietpreisbremse soll verlängert werden. Grüne und Linke versprechen Mietern noch mehr: Die Grünen wollen Mietobergrenzen und die Mietpreisbremse entfristen. Die Linkspartei will neben der Mietobergrenze auch, dass die Mieten auf angespannten Wohnungsmärkten eingefroren werden.

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Serie: Ein Blick in die Wahlprogramme

Was versprechen die Parteien in ihren Wahlprogrammen in Sachen Klima, Wohnen, Finanzen, Pflege, Digitalisierung und Mobilität? In unserer Serie liefern wir einen Überblick.

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Sozialer Wohnungsbau

Die Linke will 15 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau investieren. Die Immobilienwirtschaft gemeinnützig machen ist ihr Motto. Die Hälfte aller Wohnungen soll in öffentliche Hand gehen. Die SPD wirbt mit dem Neubau von 100.000 Sozialwohnungen jährlich. Außerdem wollen die Sozialdemokraten eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit einführen. Kommunale Bauflächen sollen nicht mehr an die meistbietenden Unternehmen verkauft werden. Stattdessen sollen generationsübergreifende, alternative und barrierefreie Wohnformen gefördert werden. Auch die Union will den sozialen Wohnungsbau weiter fördern, wird aber nicht konkret. Mehr Sozialwohnungen – davon steht bei FDP und AfD nichts. Sie wollen nur mit dem Wohngeld helfen.

Traum vom Eigenheim

Vater, Mutter, Kind und ein eigenes Haus – die Idealvorstellung der AfD. Um den Hausbau und den Wohnungskauf zu erleichtern, soll die Grunderwerbssteuer auf selbst genutzte Immobilien wegfallen – aber nur für Deutsche. Staatliche Wohnungsunternehmen sollen ihren Mietern ihre Wohnungen verkaufen und die Finanzierung soll der Staat mit Bürgschaften ermöglichen. Die Grünen hatten mit ihren Aussagen zum Eigenheim-Bau eine scharfe Debatte ausgelöst. In ihrem Programm ist die Rede davon, dass für jede neu versiegelte Fläche eine andere entsiegelt werden soll. Statt in die Breite soll in die Höhe gebaut werden. Fördern wollen die Grünen den Kauf eines Eigenheims durch eine Senkung der Grunderwerbssteuer. Die SPD will jungen Familien Eigentum durch Genossenschaftsanteile und Mietkaufmodelle ermöglichen. Die Union will die Förderung von der Anzahl der Kinder abhängig machen. Je mehr Kinder man hat, desto weniger Grunderwerbssteuer soll man zahlen müssen und mehr Zuschüsse bekommen.

Nachhaltiges und klimafreundliches Bauen

Das Zauberwort ist hier: Holz. Der Kreislauf der Baustoffe soll nachhaltig werden. Die Idee findet sich bei der Union, bei den Grünen und bei den Linken. Wie bisher auch schon will die CDU auf Nachverdichtung, Aufstockung und Brachlandentwicklung setzen. Bei AfD und FDP findet sich in den Wahlprogrammen nichts zum nachhaltigen Bauen. Die Linke will einen Klimacheck aller Gebäude bis 2025 und energetische Sanierungen – nur sollen immer die Vermieter die Kosten dafür tragen. Die Grünen wollen, dass die Belastung von Mietern, Vermietern und Staat geteilt wird. Die CO2-Bepreisung aber soll von den Vermietern komplett übernommen werden. Das schreibt die SPD in ihrem Wahlprogramm auch. Die Große Koalition wollte eigentlich, dass sich Mieter und Vermieter die CO2-Bepreisung teilen. Die Union hat sich dann aber doch entschieden, die Vermieter davon zu befreien. Dabei sollten die so motiviert werden, innovative Heizungssysteme einzubauen.

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